Fischtreppe soll Wasserqualität steigern
Bauarbeiten starten im Juli

Montag, 02.05.2011, 19:05 Uhr

Münster - Die Bauarbeiten für die Fischtreppe an der Badestraße sollen im Juli beginnen und noch vor Einbruch des nächsten Winters abgeschlossen sein. Das Bauwerk wird es Fischen und Mikroorganismen ermöglichen, zwischen den Ökosystemen Aasee und Aa hin- und herzuschwimmen. Das Wehr an der Badestraße hatte dies annähernd 90 Jahre verhindert.

"Anspruchsvolle Baustelle"

Ludger Reloe vom Grünflächenamt spricht von einer „anspruchsvollen Baustelle“, bei der äußerst gewissenhaft vorgegangen werden müsse. Aufwendige Sicherungsmaßnahmen seien notwendig, damit weder die Böschungen noch ein direkt an der Aa gelegenes Haus in Mitleidenschaft gezogen werden. Spundwände sollen laut Reloe nicht in den Boden gesetzt werden, dabei käme es zu Erschütterungen, die das gesamte Viertel gefährden könnten. Stattdessen werden 36 Stahlbetonwände - jede 9,50 Meter lang und 75 Zentimeter dick - in den Boden gegossen.

Insgesamt 350 000 Euro wird die Baumaßnahme kosten - 50 000 Euro mehr als anfangs geplant. Dies, so Reloe, sei eine Folge der extrem aufwendigen Arbeiten. 80 Prozent der Kosten wird das Land übernehmen, den Rest die Stadt.

"Totalbarriere" verhindert bislang Durchmischung der Fische

Das Geld sei allerdings gut investiert, betont der Grünflächenamt-Mitarbeiter. Der Fischbestand im Aasee werde künftig wieder ins natürliche Gleichgewicht kommen - derzeit leben dort ausschließlich „Friedfische“ wie Brassen. Raubfische wie Hechte und Zander schwimmen derweil in der Aa, eine gesunde Durchmischung der verschiedenen Rassen war wegen der „Totalbarriere“ an der Badestraße nicht möglich.

Mikrobenaustausch soll Wasserqualität verbessern

„Je vielfältiger eine Lebensgemeinschaft“, so Reloe, „umso stabiler ist sie.“ Der künftig ebenfalls mögliche Mikrobenaustausch werde zudem dafür sorgen, dass sich die Wasserqualität im Aasee weiter verbessere.

An der Badestraße soll der Bereich, in dem die Treppe entsteht, ab Juli weitgehend trockengelegt werden. Das Wasser aus dem Aasee wird dann vorübergehend über eine aus den 1920er Jahren stammende Rohrleitung in die Aa gelangen. Sie wird derzeit auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, betont Reloe - „damit alles hundertprozentig klappen wird“.

Bis Oktober werden 80 Kubikmeter Stahlbeton an der Badestraße verbaut. Zudem müssen insgesamt 200 Kubikmeter Boden bewegt werden.

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