Immer mehr Pedelecs unterwegs
Debatte um Radfahrschnellwege entbrannt

Mittwoch, 04.05.2011, 06:05 Uhr

Münster - Alle reden vom Elektro-Auto. Die Revolution, vor der Münsters Straßenverkehr steht, kommt aber mit einem anderen Fahrzeug, dem Pedelec. Hierbei handelt es sich um ein scheinbar „normales“ Fahrrad, bei dem aber ein aufladbarer Elektromotor buchstäblich mit in die Pedale tritt. Da einzelne Anbieter Pedelecs inzwischen „für deutlich weniger als 1000 Euro verkaufen“, so Hajo Gerdemann , Sprecher des Arbeitskreises Radverkehr beim ADFC , „entwickelt sich da ein Massenmarkt“.

Gleich in doppelter Hinsicht wird laut Gerdemann das in Münster ohnehin sehr beliebte Fortbewegungsmittel namens Leeze noch mal einen Schub bekommen:

» Der Bewegungsradius auf zwei Rädern wird größer. Seien bislang primär Alltags-Fahrten mit einer Länge von zwei bis drei Kilometern in Münster angesagt, meint der ADFC, so erhöhe sich der Radius dank Pedelec „problemlos auf fünf bis zehn Kilometer“.

» Das Pedelec erlaubt höhere Geschwindigkeiten. Radfahrer mit durchschnittlicher Kondition könnten auch längere Strecken „mit 25 Stundenkilometer bewältigen, ohne ins Schwitzen zu geraten“, so Gerdemann.

Kurz und gut: Für Berufspendler, die es nicht weiter als zehn Kilometer bis zum Arbeitsplatz haben, ist das Pedelec eine ernst zu nehmende Alternative zu Auto und Bus.

Nach Ansicht des ADFC stellen sich für die Verkehrsplaner damit ganz neue Herausforderungen, was die Verbindung der Außenstadtteile (wo viele Berufstätige wohnen) mit der Innenstadt (wo es viele Arbeitsplätze gibt) betrifft.

Das neue Stichwort, das der ADFC in den Raum stellt: Fahrradschnellstraßen.

Konkrete Vorstellungen, welche Anforderungen diese Achsen erfüllen müssen, beschreibt der ADFC (noch) nicht. Wohl aber formuliert der Verein zentrale Eckpunkte:

» Der Schnellweg sollte so breit sein, dass je Richtung zwei Radler nebeneinander fahren können.

» Der Schnellweg sollte asphaltiert sein (keine Pflasterung) und über eine Straßenbeleuchtung verfügen.

Der ADFC benennt einige Trassen, die - grundsätzlich - als Schnellwege in Frage kommen: Gasselstiege, Horstmarer Landweg und die Achse Schillerstraße/Lütkenbecker Weg. Denkbar wären darüber hinaus die Annette-Allee und die Bismarckallee. Lücken gäbe es im Osten und im Süden.

Verbessert werden müsste laut Gerdemann auch der Radverkehr auf der Promenade. Für angemessen hält er eine Vorfahrtregelung für Radler, sehe man von großen Straßenkreuzungen wie am Aegidiitor oder am Hindenburgplatz ab.

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