Investitionen von über 300 Millionen Euro
Stadtwerke investieren in Atomstrom-Ausstieg

Dienstag, 17.05.2011, 19:05 Uhr

Münster - Die Stadtwerke wollen in den nächsten Jahren über 300 Millionen Euro investieren, um atomstromfrei zu werden. Bis 2020, so der technische Geschäftsführer Dr. Andreas Hoffknecht, wolle man die eigenen Stromerzeugungskapazitäten - die bislang gut 50 Prozent des Absatzes ausmachen - quasi verdoppeln. Und 20 Prozent des Stroms sollen dann mit Hilfe erneuerbarer Energieträger produziert werden.

Allein 250 Millionen wollen die Stadtwerke denn auch für grüne Anlagen ausgeben - überwiegend für Windkraftanlagen. Je 30 Millionen veranschlagt Hoffknecht für den Ausbau des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes sowie für den Bau neuer Biogasanlagen und Blockheizkraftwerke.

Die Frage, ob die Stadtwerke das leisten könnten, beantwortete der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann mit einem klaren Ja. Zwar werde die Eigenkapitalquote vorübergehend etwas zurückgehen, aber dann wieder ansteigen. Überdies will man auch andere an der Finanzierung der Zukunftsenergien beteiligen, so sei u.a. in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Finanzinstitut ein Beteiligungsmodell für Bürger geplant.

Parallel dazu wird auch die Stadtwerke-Netzgesellschaft noch etliche Millionen investieren. Wie deren Geschäftsführer Andreas Wunderer erläuterte, mache gerade die dezentrale Einspeisung von Strom aus Fotovoltaik- oder Windkraftanlagen einen Ausbau der Netze erforderlich. Denn das bundesweite Problem - Wie transportiert man den Windstrom von der Nordsee nach Süddeutschland? - gebe es in anderer Form auch lokal: Weil auch hier der Strom nicht immer da anfällt, wo er benötigt wird.

Leider fällt der Strom - vor allem der Wind- und Sonnenstrom - auch nicht immer dann an, wenn er benötigt wird. Deshalb prüfe man auch Speichermöglichkeiten. Es gebe deshalb ein gemeinsames Projekt mit dem münsterischen Batterieforschungszentrum Meet, so Hoffknecht: „Aber das ist eher etwas für übermorgen.“

Die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer verbreiteten gestern unisono Optimismus. Man folge mit dieser Strategie nicht nur dem politischen Willen, so der Kaufmann Müller-Tengelmann, sondern sehe darin rentable Investitionen . Und der Techniker Hoffknecht betrachtet die rasanten Entwicklungen auf dem Energiemarkt auch als Herausforderung: „Da kommen interessante Projekte auf uns zu - die auch richtig Spaß machen.“

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