Neun-Millionen-Neubau für 240 Mitarbeiter
Hauptzollamt auf der Loddenheide eingeweiht

Mittwoch, 11.05.2011, 20:05 Uhr

Münster - Zu jeder Gebäudeeinweihung gehört eine Schlüsselübergabe. Auch Astrid Scholz , Leiterin des Hauptzollamtes Münster, nahm für ihren Neubau auf der Loddenheide gestern ein solches Teil in die Hand.

Aber da in Zeiten der Chipkarten und elektronischer Zugangsregelungen ein Schlüssel fast schon wirkt wie ein Relikt aus alten Zeiten, meinte Scholz kurzentschlossen: „Sieht aus wie eine Motorsäge!“ Prompt hatte sie damit die Lacher auf ihrer Seite.

Die gute Laune bei der Schlüsselübergabe passte zu dem gesamten Festakt. Denn das Hauptzollamt hat eine neue Dienststelle; und mit dem Umzug endet auch eine Umstrukturierung. Denn die 240 Mitarbeiter waren zuvor im Stadtgebiet auf fünf Gebäude verteilt.

Aufmerksam wurde registriert, dass Hans Josef Haas , Präsident der Bundesfinanzdirektion in Köln, in seinem Grußwort festhielt: „Die Strukturreform der Zollverwaltung ist abgeschlossen, der Zoll hat Zukunft, auch in Münster.“

Dies umso mehr, als sich die Kennzahlen des Hauptzollamtes, das für das gesamte Münsterland zuständig ist, sehen lassen können. Rund eine Milliarde Euro jährlich nimmt die Behörde für den Staat ein.

Nebenbei bemerkte Haas auch, dass Münster und die Münsterlandkreise „exakt die Größe“ der Touristeninsel Bali aufweisen würden. Aber dieser symbolträchtige Vergleich war wohl dem Sonnenschein und dem rheinischen Temperament des hochrangigen Gastes geschuldet.

Der Mann, der den großen Schlüssel mitgebracht hatte, war übrigens der Unternehmer Falko Derwald aus Dortmund. Seine Firma hat das neun Millionen Euro teure Bürogebäude errichtet und an die Zollverwaltung vermietet. Der Dortmunder Mittelständler ließ keinen Zweifel daran, dass er das Gebäude langfristig im Bestand behalten werde. „Wir sind keine Heuschrecke.“

Bleibt nachzutragen, dass bei der Eröffnungsfeier auch große Literatur geboten wurde, nämlich ein Goethe-Zitat: „Wer am Zoll sitzt, ohne reich zu werden, ist ein Dummkopf.“ Was die anwesenden Zollbeamten jetzt von Goethe halten, sei einmal dahingestellt . . .

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/239361?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597157%2F696313%2F
Giulia Wahn beim ESC: „Platz 20 war Hauptgewinn“
Beim ESC landete der für San Marino startende Sänger Serhat (l.) auf Platz 20. Dennoch gab es für ihn und seine münsterische Background-Sängerin Giulia Wahn (hinten rechts) Grund zum Jubeln.
Nachrichten-Ticker