EU fördert münsterischen Routenplaner
Naviki bringt Europa aufs Rad

Münster - Professor Gernot Bauer zieht ein nagelneues Handy aus der Tasche. Das klemmt er auf eine Halterung am Fahrradlenker und schaltet ein: Das Programm „Naviki“ erscheint und zeigt ihm auf dem Bildschirm an, wo er sich gerade befindet. Dann fährt er los, das Handy immer im Blick. Am Ziel angekommen, beendet er das Programm - und schickt alle Daten über seine Strecke ans...

Freitag, 10.06.2011, 00:06 Uhr

Münster - Professor Gernot Bauer zieht ein nagelneues Handy aus der Tasche. Das klemmt er auf eine Halterung am Fahrradlenker und schaltet ein: Das Programm „Naviki“ erscheint und zeigt ihm auf dem Bildschirm an, wo er sich gerade befindet. Dann fährt er los, das Handy immer im Blick. Am Ziel angekommen, beendet er das Programm - und schickt alle Daten über seine Strecke ans Rechenzentrum der Fachhochschule. Und wieder hat der Rechner eine Strecke mehr im Programm... So ähnlich funktioniert Naviki, der von der Fachhochschule Münster entwickelte Routenplaner für Radfahrer. Das Programm ist nicht neu, man kann es als kostenloses „App“ seit zwei Jahren runterladen. Neu ist, dass die Europäische Union 1,6 Millionen Euro in dieses Projekt investiert - damit es künftig nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa funktioniert. Es sei ein enormer Aufwand gewesen, an diese Fördermittel zu kommen, betont Prof. Bauer. Und es ging nur, weil man bereits die richtigen europäischen Partner vorweisen konnte. Zum Beispiel die Universität von Rom, den dänischen Radfahrerverband, die spanische Stadt Vitoria oder die niederländische Firma Mobycon. Ein bunter Mix aller möglichen Institutionen aus ganz Europa, die ein gemeinsames Ziel haben: Den Fahrradverkehr stärken. So etwas mögen die Geldgeber in Brüssel. Vertreter all dieser Partner weilen zurzeit in Münster; zum „Kick-off“, wie man in diesen Kreisen sagt, also zum ersten Treffen des neuen Projekts. Die italienischen, spanischen, niederländischen und dänischen Fahrradfreunde radeln zurzeit durch Münster und verinnerlichen das Prinzip dieses Routenplaners, den jeder Nutzer ergänzen kann. Und der im Zweifelsfall sogar Feinheiten wie die Beschaffenheit des Straßenbelags ermittelt. Der Aufwand, „Naviki“ auf Europa auszudehnen, sei enorm, betont Prof. Bauer. Allein in Deutschland liegen die Daten von sieben Millionen Strecken vor; künftig habe man es mit der dreifachen Menge in fünf verschiedenen Sprachen zu tun...

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