Kultur Münster
"Zentrale" wirbt für junge Kunst

Mittwoch, 15.06.2011, 16:06 Uhr

Münster - Münster ist eine Metropole junger Kunst. Überall und nirgends. Denn viele kennen die Ausstellungsklassiker , wenige die Ateliers und Galerien, aber nur Kenner die letzten Ecken avantgardistischer Kunst. Jetzt gibt es (fast) alles an einem Punkt. Das Kulturamt hat´s angestoßen. Und die Künstlerinnen Franziska Lena Kluw und Isabelle von Schilcher haben sie umgesetzt: die „Zentrale“.

Der Titel konterkariert das Projekt. Denn diese Zentrale will dezentralisieren, will die Menschen auf die zahlreichen Orte junger Kunst in Münster verweisen. 17 Projekte mit Dutzenden Künstlern werden an elf Orten Werbung machen für zeitgenössische Kunsttreibende in Münster. Und die Werbe-Zentrale ist bis zur langen Nacht der Museen am 4. September die Stadthausgalerie.

Dort haben die Künstler quasi ihre Visitenkarte abgegeben, Verführerli mit allen Raffinessen. Ein harmloser Plattenspieler kann so zu einer Abenteuerreise in ein Gewerbegebiet im Süden der Stadt „verleiten“. Am Drensteinfurtweg 32 steht Studierenden der Kunstakademie eine temporäre Kunsthalle zur Verfügung, wo sich acht von ihnen präsentieren. Einen Eindruck ihrer Kunst gibt es auf der schwarzen Rille. Auf der Scheibe hat ein jeder einen akustischen Eindruck seiner visuellen Kunst aufnehmen lassen. Also fragt der Hörer sich, was wohl hinter dem „Scat Song stutter“ von Objektkünstler Robin Ortgies steckt. Und was zeigt Maria Gerdwilker mit ihrem „Rondell“? Die Tonwerbung klingt wie die Tondokumentation einer Mechanik, könnte aber ebensogut ein Horrorszenario sein. Man muss hingehen . . .

Und genau das ist die Absicht dieser Werbeschau der jungen Kunst. Die Appetithäppchen können exemplarisch sein oder eigens installiert, funktionieren als eigenständiges Kunstwerk oder lediglich als Verweis.

Und ein erster Einblick ist vielversprechend: Es wird ein munterer Kunstsommer werden. Das Künstlerduo Jae Pas will Kunst „auf den Pöbel“ niedergehen lassen. Zur Eröffnung lädt Karin Mopka-Musch morgen zum „wee“ ein - einer kommunikativen Bildgenese, das bedeutet: Die Zuschauer sind quasi „User“ und die Künstlerin ist ihr Computer-Programm.

Unter den elf Orten junger Kunst in Münster ist das Galeriehaus an der Hüfferstraße 18, wo Künstler der Akademie ihre Werke präsentieren. Die „klassischen“ Atelierhäuser Fresnostraße, Schulstraße oder Speicher II sind vertreten. Aber auch bislang weniger zugkräftige Plätze wie das „Treppenhaus of Modern Art - Toma“ gilt es zu entdecken. Und das Cuba liegt für viele ebenfalls nach wie vor in einer Seitenstraße. Begleitet werden viele Ausstellungen von Aktionen. So wird Münsters „Berliner Kunstverein“ für jede seiner Ausstellungen zwei Vernissagen organisieren - eine in der Stadthausgalerie und eine am Hafen.

» Die Eröffnung des Projektes findet am Freitag (17. Juni) um 19.30 Uhr in der Stadthausgalerie am Platz des Westfälischen Friedens statt.

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