Kunst-Tauschaktion:
Hätte gern dies - biete dafür das

Montag, 27.06.2011, 20:06 Uhr

Münster - Das Objekt der Begierde ist ein kleinformatiges Bild der Künstlerin Karin Kopka-Musch . Kollegin Martina Muck interessiert sich dafür, ein anderer Künstler aber auch. Er trägt ein großes, in Folie verpacktes Bild unter dem Arm und würde gern seine Kunst gegen die von Kopka-Musch tauschen. Wenn es nicht schon die Mitbieterin gäbe ...

Reges Treiben herrscht an diesem Nachmittag im Atelierhaus des Fördervereins Aktuelle Kunst (F.A.K.) an der Fresnostraße. In einem der Atelierraum vollzieht sich - zum zweiten Mal an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden - eine „Wandelausstellung“ im besten Sinne des Wortes. Denn hier wird Kunst gegen Kunst getauscht - sofern sie an einem Nagel Platz findet.

Martina Muck erzählt als eine von zwölf Künstlerinnen und Künstlern des F.A.K., wie die Idee zu dieser Präsentation entstand: „Wir wollten uns als Ateliergemeinschaft an dem Projekt ,Zentrale beteiligen und haben uns mit einem Konzept beworben, das die Kommunikation ins Zentrum rückt.“ In der Tat: Künstler und Gemeinschaften wurden angesprochen, ihre Werke in den Tauschhandel einzubringen. Den regen Austausch untereinander gab es gratis dazu.

Nach Auskunft von Muck hat die Aktion dem F.A.K. viel Publikum ins Haus gespült. „Am ersten Tag haben sich die Leute regelrecht auf die Arbeiten gestürzt.“ Nach dem Motto „Ich interessiere mich für dies und gebe das“ hat zum Beispiel Thomas Kuhlenbach ein Plakat über die „Zu enge Frisur“ zurückgelassen. Mitgenommen hat er ein Kleiderbügel-Objekt mit drei Haken von Olaf Thomas. Und der ist zuvor in den Genuss gekommen, sein Bügelobjekt gegen eine possierliche Ratten-Plastik von Hyun Gyoung Kim vom F.A.K. tauschen zu können.

Wer wann was gegen was getauscht hat, das konnten die Ausstellungsbesucher jederzeit nachhalten. Jeder Tausch wurde fotografisch festgehalten, die Bilder lagen im Schuber an der jeweiligen Tauschstation.

Und warum nur Kunst, die an einem Nagel Platz findet? Martina Muck gibt die Antwort: „Damit unsere Ausstellung gestalterisch einfach bleibt.“ Künstler wie Bettina Dettmer und Willi Kramer haben indes die Veranstalter ausgetrickst. Die beiden fertigten eine Installation, die kurzzeitig an dem Nagel hing, der nun ein braunes Bild hält.

Und wenn es, wie bei dem Werk von Kopka-Musch, mehrere Interessenten für eine Arbeit gab? „Dann“, so Martina Muck, „haben wir eben Schnick-Schnack-Schnuck gespielt.“

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