Studium im Alter
Kirchenhistoriker hielt Appetit-Vorlesung beim Studientag „Alternativ“

Mittwoch, 15.06.2011, 20:06 Uhr

Münster - Karl May wäre beinahe auf dem Index gelandet. Ausgerechnet Karl May - dessen Winnetou einen so seligen Tod stirbt, dass er schon früh als beliebte Messdienerlektüre galt. Aber in einem späteren Buch wurde May ein bisschen pseudoreligiös, und ein frommer Leser aus dem Rheinischen brachte den Fall vor 100 Jahren vor die Glaubenskongregation.

Indizieren? Damit jeder Karl-May-Leser die Exkommunikation riskiert? Die strengen Glaubenswächter gingen diplomatisch vor: „Als verbotenes Buch ist es reizvoll, als nichtverbotenes ist es einfach nur langweilig“, steht sinngemäß auf einer Aktennotiz. Die Akte wurde geschlossen, Karl May blieb statthaft. Diesen Vorgang zu entdecken, hat Prof. Dr. Hubert Wolf etwa zwei Extra-Wochen Arbeit in den Archiven des Vatikans gekostet - „aber das war es wert“.

Der berühmte Kirchenhistoriker hielt die Appetit-Vorlesung beim Studientag „Alternativ“, einer Werbeveranstaltung von Universität und Stadt. 500 Neugierige der Generation „50 plus“ strömten in den H1, um Studienluft zu schnuppern, und nach dem aufregenden Vortrag von Prof. Wolf über die Archive des Vatikans wollten sie gar nicht mehr gehen.

Dabei gab es noch viel mehr Programm: Eine szenische Rezitation der Studiobühne, Musik von begabten Hochschülern sowie drei Stadtführungen samt Besuch im Friedenssaal. Und schließlich als größtes Abenteuer: ein Essen in der Mensa am Aasee.

Die Uni will mit der Veranstaltung für das Studium im Alter werben, das Marketing möchte Münster als Stadt von Wissenschaft und Lebensart verkaufen: „Sie sind die Verkörperung dieses Mottos“, rief Marketing-Chefin Bernadette Spinnen launig in den Hörsaal.

Prof. Wolf machte jedenfalls Appetit auf mehr. Und rief die angehenden Studierenden gleich zur Mitarbeit an seiner wissenschaftlichen Edition der Briefe Eugenio Pacellis (Pius XII.) auf, der während der Weimarer Republik Nuntius in Deutschland war.

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