Vom Wachmann zum Schauspieler
Ein Mann geht seinen Weg

Münster - Alles fing mit dem ersten Münster-Tatort an. Im Jovel fand vor dem eigentlichen Dreh im Sommer 2002 eine Casting-Party statt, Frank Montenbruck ging hin - und wurde ausgewählt. Als Polizist durfte er in einer Szene fünf, sechs Sätze mit Kommissar Thiel (Axel Prahl) wechseln. „Mensch, das macht richtig Spaß, hab´ ich nachher gedacht“, erzählt der 42-Jährige. Damals war...

Freitag, 10.06.2011, 00:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 10.06.2011, 00:00 Uhr

Münster - Alles fing mit dem ersten Münster-Tatort an. Im Jovel fand vor dem eigentlichen Dreh im Sommer 2002 eine Casting-Party statt, Frank Montenbruck ging hin - und wurde ausgewählt. Als Polizist durfte er in einer Szene fünf, sechs Sätze mit Kommissar Thiel ( Axel Prahl ) wechseln. „Mensch, das macht richtig Spaß, hab´ ich nachher gedacht“, erzählt der 42-Jährige. Damals war er von Beruf Wachmann, heute ist er Fernsehschauspieler und steht für „Stromberg“ vor der Kamera, macht bei der Comedy-Show „Switch reloaded“ und der Action-Serie „Cobra 11“ mit, war schon in der „Lindenstraße“ und einer „Wilsberg“-Folge zu sehen. Nun ist der gebürtige Münsteraner in seine Heimatstadt zurückgekehrt, „aus privaten Gründen“, wie er sagt. Hinter ihm liegen acht Jahre Köln. Zu Beginn eine harte Zeit für ihn und seine Familie. Er wollte seinen Traum verwirklichen, seine Frau Petra hielt das für ein „Hirngespinst“. Sie lebten ein „Tingel-Tangel-Leben“. Doch nicht zuletzt dank „Stromberg“ schaffte es Frank Montenbruck. Vor Kurzem wurde die mittlerweile fünfte Staffel gedreht, für kommendes Jahr sei ein Kinofilm geplant, sagt er. Bis zum Tatort-Casting verlief sein Leben in normalen kleinbürgerlichen Bahnen. Geistschule, Ausbildung zum Krankenpfleger, vier Jahre im Job, dann krankheitsbedingt der Wechsel ins Wachmann-Dasein. Wo kommt da das nötige Können für die Schauspielerei her? „Ich weiß nicht. Vielleicht ist es einfach Glück, vielleicht Talent. Und bestimmt die Tatsache, dass ich bei Castings ich bin und mich nicht verstelle.“ Montenbruck sagt, er sei mit dem Erreichten sehr zufrieden, müsse aber gleichwohl noch eine Menge lernen. „Ich habe einmal mit Götz George zusammengearbeitet. Abseits des Drehs ein sehr angenehmer Mensch. Geht die Kamera an, ist er nur noch Vollprofi. Toll, obwohl er dann auch mal stinkig werden kann.“ Staunen lässt ihn nach wie vor auch die Tatsache, wie schnell es nach oben gehen kann im Filmgeschäft. „Vor drei Jahren meldete sich bei mir sogar ein Scout aus den USA. Die suchten jemanden, der einen deutschen Wissenschaftler in der Serie ,Navy CIS spielt.“ Aus dem Engagement wurde zwar nichts, „aber erschrocken habe ich mich bei dem Anruf trotzdem“, gibt der Münsteraner unumwunden zu. Diese Momente, die fast sprachlos machen, gibt es für ihn aber nicht nur bei Anrufen aus Amerika oder beim Dreh mit Kollegen à la George. Er erinnere sich oft an die Zeit, als er im Altenheim die Betten machte, sagt Montenbruck. „Da sitze ich dann in der Maske, werde gepudert und denke ,Wahnsinn.“ Fernsehzuschauer kennen ihn weniger als nachdenklichen Typen. Bei „Stromberg“ - Titelheld ist Christoph Maria Herbst - haben es sich die Macher ziemlich einfach gemacht: Frank Montenbruck spielt hier einen Mann namens „Frank Montenbruck“. Konsequent ist es da nur, dass Montenbruck bei „Switch reloaded“ in der Stromberg-Parodie „Obersalzberg“ den Montenbruck-Part übernommen hat. „Dass ich mich selbst auf den Arm nehme, kommt bei den Leuten super an.“ Noch wichtiger dürfte ihm etwas anderes sein: Seine Frau ist heute sichtlich stolz auf jenen Mann, der den Wachmann-Job an den Nagel gehangen hat, um dem „Hirngespinst“ Schauspielerei nachzujagen.

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