Weniger Rasenpflege
Stadt will Rasenflächen verwildern lassen

Montag, 06.06.2011, 20:06 Uhr

Münster - Der Vorschlag V/0309/2011, über den der Rat am 13. Juli entscheiden soll, hat es in sich. Vorsorglich spricht das städtische Grünflächenamt schon mal von Bürgerprotesten, „visuellen Beeinträchtigungen“ und einem absehbaren Müllproblem.

Die Rede ist von der geplanten „Extensivierung der Pflege von Rasen- und Wiesenflächen in öffentlichen Grünflächen “. Sprich: Aus Kostengründen möchte die Stadt Münster künftig 30 Hektar Rasenfläche im Stadtgebiet nur noch einmal im Jahr mähen - und damit die Flächen de facto verwildern lassen.

Hier die wichtigsten Parks, die betroffen sind:
Grünfläche zwischen Mecklenbecker Straße und Von-Ossietzky-Straße, Grünstreifen zwischen Stephanus-Kirche und Jakobus-Kirche, beide in der Aaseestadt
Sternbusch in Berg Fidel
Düesbergpark am Düesbergweg
Grünfläche rund um Stadtbad Ost und Sportpark Ost
Grünzug Arnheimweg, Gievenbecker Reihe, Grünstreifen Rüschhausweg und Grüner Finger, alle in Gievenbeck
Park Haus Wiek in Albachten
Friedenspark und alle Grünflächen im Gewerbegebiet Loddenheide
Grünflächen rund um den Sportpark Hiltrup-Süd, Grünfläche Hülsebrockstraße, Grünfläche Linckensstraße, Grünfläche Hoffmann-von-Fallersleben-Weg, alle in Hiltrup .

Insgesamt umfasst die Liste 24 Grünanlagen.

In Ratskreisen wird dem Vernehmen nach das Papier mit sehr spitzen Fingern angefasst, da man heftige Proteste der Anwohner rund um die Grünanlagen befürchtet.

Auch im Grünflächenamt selbst hält sich die Begeisterung offenbar sehr in Grenzen. Bei der Frage, warum das Grünflächenamt dieses Konzept erarbeitet habe, verwies Amtsleiter Heinrich Bruns gestern auf einen entsprechenden Sparbeschluss. „Wir sind loyal gegenüber dem Rat.“ Rund 100 000 Euro, so die Berechnungen, lassen sich mit der „Extensivierung“ im Jahr sparen.

Intensiv genutzte Flächen wie die Wiesen rund um den Aasee oder der Südpark wurden laut Bruns bewusst nicht in Betracht gezogen.

Abweichend von der 2010 vom Rat aufgestellten Forderung, die “Umwandlung öffentlicher Grünflächen“ voranzutreiben, verzichtet das Grünflächenamt darauf, Brachflächen zu schaffen.

Die jährliche Mahd, erklärte Bruns, sei erforderlich, zum zumindest den Grundcharakter der Grünanlagen zu erhalten. Wälder jedenfalls seien nicht geplant.

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