Abschlussarbeit eines Produktdesigners
Ein Motorrad für Cruiser und Sporttourer

Freitag, 08.07.2011, 19:07 Uhr

Münster - Eine kurze Nachfrage unterbricht den Redefluss. Was er noch mal studiert hat? „Produktdesign“, antwortet Zlatko Kraljevic ganz selbstsicher, ein wenig so, als hätte er diese Frage erwartet. „Ich musste mich hart in die technischen Details einarbeiten. Aber ich wollte kein Fantasiemotorrad entwerfen“, sagt er dann und fährt fort mit einem kleinen Vortrag über den optimalen Neigungswinkel von Motorrad- und Autositzen, Generatoren, Getrieben, Dämpfersystemen und den Vorteilen von Ringmotoren. Zum Schluss sagt er: „Das lässt sich alles realisieren!“

Zlatko Kraljevic ist Absolvent des Fachbereichs Design der Fachhochschule Münster . Als Abschlussarbeit entwickelte er ein Elektromotorrad - und verband dabei Ästhetik und Technik so, dass ein Motorrad entstand, das zwei verschiedenen Fahrtypen gerecht wird: Zwei leicht verstellbare Sitzvarianten und Lenkerpositionen ermöglichen die Umstellung vom „Cruiser“ zum „ Sporttourer “.

Möglicherweise ahnte der junge Mann bei der Pressevorstellung gestern Morgen bereits, was abends bei der Eröffnung der Abschlussausstellung für ihn Gewissheit wurde: Sein futuristisch wirkendes Modell und Konzept eines Elektromotorrads wurde zur besten Abschlussarbeit gekürt. Allerdings befinden sich unter den insgesamt 59 Arbeiten, die die abgehenden Bachelor- und Diplomstudenten in den Räumen des Fachbereichs ausstellen, noch viele andere interessante und unterschiedliche Projekte in den Sparten Illustration, Mediendesign, Produkt- und Kommunikationsdesign.

Martin Denker zum Beispiel legte die Bibel neu auf, entwickelte ein Magazinkonzept mit zwölf Ausgaben und gab ihm den Namen Tohuwabohu (übrigens ein Begriff aus dem hebräischen Urtext). Dabei verband er die Originalstellen mit aktuellen Texten, die Bezug haben zu den Inhalten beispielsweise der Genesis. „Es gibt nichts, was eine Zielgruppe von 18- bis 35-Jährigen in diesem Bereich bedient. Dabei ist es wirklich interessant, sich einmal mit den Texten der Bibel zu beschäftigen“, sagt der Absolvent.

Um Kindersoldaten wiederum geht es Andreas Hoppmann, der einen 16-minütigen, grafischen Informationsfilm erstellt hat, der die Gegenwart beschreibt und versucht, das - leicht klischeehafte - Bild vom afrikanischen Kind mit großer Waffe zurechtzurücken. Seine Arbeit, die als Lehrfilm für Schulen und Museen durchaus interessant wäre, beschäftigt sich mit Kolumbien und Burma - Ländern also, die eher weniger mit der Thematik in Verbindung gebracht werden.

Kinderbücher sind entstanden, großartige Illustrationen wie die von Remigius Sappa, eine Informationsschrift zum Thema Migräne, die zeigt, wie sehr Design dabei helfen kann, auch komplexe, wissenschaftliche Themen verständlich und ansprechend aufzubereiten, und eine Geschäftsidee, die direkt in die Praxis umgesetzt wird: Lina Bach und Stefanie Petau verkaufen unter dem Label „Jo - Frozen Joghurt Bar“ ihr Eis schon ab Ende Juli am Roggenmarkt.

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