Kultur Münster
Küstenwächter in der Bredouille

Freitag, 01.07.2011, 17:07 Uhr

Münster - „Michele Niosi ist Küstenwächter auf der Mittelmeerinsel Lampedusa . Er hat zwei unvereinbare Aufträge. Er soll Menschen aus ihrer Seenot retten und zugleich Europa vor illegalen Einwanderern schützen.

So heißt es zu Beginn des Aufsatzes „Das Dilemma des Commandante“ von Dimitri Ladischensky. Über 80 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Paulinum, der Geistschule und der Steinfurter Hauptschule am Bagno haben ein Jahr lang auf der Basis von Ladischenskys Text eine Theater-Musik-Collage mit dem Titel „Third Class Titanic“ erarbeitet. Die Koordination liegt bei Barbara Kemmler , Leiterin des Jungen Theaters Cactus.

Ursprünglich ging es um ein Projekt zwischen Cactus und der Hauptschule am Bagno zum Thema „Wasser“. Mechthild Tecklenborg , Leiterin der schulischen Marimbagruppe, entdeckte per Zufall Ladischenskys brisanten Text und stieß bei Barbara Kemmler damit auf offene Ohren. Seit Jahren beschäftigt sich die Regisseurin mit der Flüchtlingsproblematik.

Nachdem die beiden anderen Schulen mit im Boot waren, ging die Arbeit los. Die jungen Akteure stellen den Aufsatz nicht nur szenisch dar. Sie schrieben eigene Dialoge, setzten sich intensiv und kritisch mit den Rollen auseinandersetzen. William Ngala etwa spielt einen Journalisten und erzählt: „Ich komme selbst aus Afrika. Und auf einmal musste ich in meiner Rolle nach Vorurteilen über Afrika fragen. Das war schon komisch.“

Im Stück begleitet er den Küstenwächter. Dieser wird von Kantemir Apaschev gespielt. Zu Beginn des Stücks erhält Michele Niosi eine Auszeichnung, weil er 20 000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Lampedusa gerettet hat. Aber die Medaille hat wie immer zwei Seiten. Er rettet Menschenleben, allerdings er hilft damit den afrikanischen Schleppern und schadet der Wirtschaft auf Lampedusa.

Die Perspektive wechselt. Zu sehen ist ein Flüchtlingsboot. Die Menschen träumen von einem besseren Leben. Während die Jungen und Mädchen des Paulinums die Menschen auf Lampedusa spielen, stellen die Theaterkünstler der Geistschule die Flüchtlinge dar. Für Emotionen, Spannung, aber auch Ironie sorgen die Dialoge - und die Musik. Der Große Chor des Paulinums und die Marimbagruppe der Steinfurter Hauptschule schaffen dabei einen lebendigen Mix von Haydns „Schöpfung“ bis zu afrikanischen Klängen. » Das Stück wird am 5. und 6. Juli jeweils um 11.30 und 20 Uhr im Gymnasium Paulinum aufgeführt.

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