St. Mauritz
Pater Hans-Ulrich Willms verabschiedet sich von seiner Gemeinde

Donnerstag, 11.08.2011, 19:08 Uhr

Münster - „Pfarrer kommen, Pfarrer gehen - aber die Gemeinde bleibt. Der, der mit der Gemeinde den Glaubensweg geschwisterlich geht, hat eine besondere Aufgabe. Er ist aber kein besonderer Mensch“, sagt Pater Hans-Ulrich Willms .

Der beliebte Seelsorger kein besonderer Mensch? Um Himmels Willen! Er hat Ausstrahlung und ist ein Menschenkenner, der mit einem ansteckenden Gottvertrauen gesegnet ist. Glaube, Leben und Liebe sind für ihn ein Wort. Ein Freund des Lebens, den kleine und große Mauritzer ganz fest und auf Augenhöhe in ihr Herz geschlossen haben. Genauso wie er sie. Klar, dass da der Abschied von diesem besonderen Pfarrer schwer fallen dürfte. Zumal er unterstreicht: „Sie, die Menschen in unserer Gemeinde, sind das Beste, das mir passieren konnte.“

Doch am 15. Oktober ist es so weit, wenn um 16 Uhr die Glocken von St. Mauritz seinen Abschied einläuten. Der Arnsteiner Pater, der gebürtig aus der Eifel kommt und gerne Eifel-Krimis liest, war zehn Jahre leitender Pfarrer von St. Mauritz mit etwa 5000 Gemeindemitgliedern. Nach der Fusion werden es 20 000 sein. Wie er vor seinem Urlaub der Gemeinde mitgeteilt hat, hat er sich nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, schon vor der Fusion sein Amt in St. Mauritz abzugeben. In der Klinikseelsorge im St.-Rochus-Hospital in Telgte wird er sich ab Oktober seiner neuen Aufgabe widmen.

„Du machst uns traurig. Weil du nicht mehr hier wohnen wirst“, hat ihm neulich ein Kindergartenkind vorgehalten. Zwar wird Pater Hans-Ulrich, der am 17. September 68 Jahre alt wird, nicht im Pfarrhaus wohnen bleiben. Dafür aber am Bohlweg, in seiner Ordenskommunität. Der Geistliche mit der unbändigen Freude am Glauben, dem die Nähe zum Menschen, verbunden mit Achtsamkeit, der Mut zur Wirklichkeit und die Liebe zum Leben überaus wichtig sind, ist ein „Quereinsteiger“.

1969 empfing er in Simpelveld in den Niederlanden die Priesterweihe. „Ich wollte alles machen. Nach Indonesien gehen oder nach Neuseeland. Auf keinen Fall aber Pfarrer werden“, erzählt der Ordensmann. 19 Jahre war er Wallfahrtsleiter des Herz-Jesu-Wallfahrtsortes Kloster Arnstein an der Lahn und hat zahlreiche Artikel und Bücher zu Glaubens- und Lebensfragen veröffentlicht sowie in Rundfunk- und Fernsehsendungen mitgewirkt. Ob als Leiter der Aus- und Fortbildungskommission der deutschen Ordensprovinz, als Subsidiar in der Erpho-Gemeinde oder als Provinzialsuperior und Vollblut-Mauritzer - seines Geistes-Gaben hat er an vielen Stationen entfaltet.

Was die Fusion angeht, wünscht er sich, „dass es eine Vielfalt in der Einheit gibt. Dass das Herz einer Gemeinde, so wie sie ausgerichtet ist, auch weiterschlagen darf. „Wir alle sind durch die Taufe verbunden im allgemeinen Priestertum, sind Gottes Volk“, betont der Pfarrer. Und weiter: „Ich gehöre zur Kirche, aber ich gehöre ihr nicht. Ich höre auf die Kirche, aber ich bin ihr nicht hörig. Mit anderen und für andere bin ich Kirche - gleichwertig als Mann und Frau, weil Gottes Ebenbild.“

Den Abschied verbindet er mit einer großen Dankbarkeit für „bereichernde, wunderbare Jahre mit wohltuenden Erfahrungen und Wertschätzungen“. Doch Abschied bedeute auch eine weitere Etappe in die Heimat, „die Gott uns zugesagt hat. Denn das Beste kommt zum Schluss. Und Gott kriegt uns alle in den Himmel“.

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