Dr. Stefan Schwartze verlässt WWU
Erneuter Wechsel im „Kanzleramt“

Dienstag, 06.09.2011, 09:09 Uhr

Münster - Die Universität muss nach nur gut drei Jahren erneut die Stelle des Kanzlers besetzen. Der jetzige Amtsinhaber Dr. Stefan Schwartze , seit Anfang 2008 an der Spitze der WWU-Verwaltung, kehrt der Uni wieder den Rücken. Er wird, wie die Universität gestern berichtete, administrativer Vorstand des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam.

Vom dort benachbarten Berliner Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin war Schwartze auf den freien Kanzler-Posten seiner alten Universität Münster gewechselt. Schwartze hatte in Münster Jura studiert, war Mitarbeiter der Fakultät und lebte auch nach Ende des Studiums noch zehn Jahre in Münster.

„Meine Familie und ich sind in Münster längst heimisch geworden. Die WWU und Münster wieder zu verlassen, fällt schwer, aber der Reiz der neuen Aufgabe überwiegt“, erläuterte der 45-Jährige Schwartze, der mit Frau und Kindern 2008 aus Berlin nach Münster übergesiedelt war.

Mit Schwartzes Weggang zum 1. November muss die Universität innerhalb kurzer Zeit erneut auf Kanzlersuche gehen. 2007 hatte Dr. Bettina Böhm - ebenfalls nach nur drei Jahren - die WWU verlassen, um zur europäischen Weltraumbehörde ESA in Paris zu wechseln.

Der Kanzler der Universität ist Chef der Verwaltung und Mitglied des Rektorats. In Schwartzes Amtszeit fielen große finanztechnische Umwälzungen an der Hochschule. Vor allem die Umstellung auf die kaufmännische Buchführung bereitete der Verwaltung Probleme. Im vergangenen Herbst berichtete Schwartze angesichts schleppend bearbeiteter Abrechnungen dem Senat in öffentlicher Sitzung, ein großer Teil der Mitarbeiter sei der Aufgabe nicht gewachsen. Der Rüffel kam universitätsintern nicht gut an. Uni-Rektorin Ursula Nelles entschuldigte sich anschließend in einer Rundmail bei den Mitarbeitern für die Schelte des Kanzlers. Nelles jedenfalls bedauere nun den Weggang des Kanzlers, hieß es gestern in der Pressestelle der Universität.

Für die Neubesetzung der Kanzlerstelle wird nun zunächst eine paritätisch aus Senats- und Hochschulratsmitgliedern besetzte Findungskommission eingesetzt. Nach erfolgreicher Ausschreibung schlägt diese dem Hochschulrat eine Kandidatin oder einen Kandidaten zur Wahl vor. Dieser Vorschlag muss vom Senat bestätigt werden. Bis das Amt wiederbesetzt ist, wird WWU-Finanzdezernent Matthias Schwarte den Kanzler vertreten.

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