Ein Dreirad für Aufrechte
Ein münsterischer Ingenieur bringt ein Tricycle auf den Markt

Dienstag, 20.09.2011, 21:09 Uhr

Münster - Achtung - das ist die Fortsetzung des aufrechten Gangs mit Elektroantrieb . Thomas Schlüter , Ingenieur und seit einem Jahr Münsteraner, steigt auf das Trittbrett des schwarzen Tricycle, legt den kleinen Schalter am Lenker um und gibt Handgas. Leise surrend setzt sich das Dreirad in Bewegung. Der 44-Jährige dreht gemächlich im Stehen seine Runden auf dem Parkplatz an der Warendorfer Straße: „Man kann sich damit sogar in die Kurve legen - ohne umzukippen“, sagt er.

Das Tricycle, das aus Münster kommt, ist ein ganz besonderes Gefährt. Es ähnelt einem Fahrrad, aber hat keinen Sattel und keine Pedale. „Wir haben das aus handelsüblichen Fahrradteilen zusammengebaut“, sagt Thomas Schlüter. Der Antrieb sitzt in der Nabe des Vorderrads. Gedacht ist das für die Straße zugelassene Dreirad kaum für längere Ersatz-Radtouren, sondern eher für den professionellen Bereich: „In großen Hallen, auf Flughäfen oder bei geführten Stadterkundungen.“

Wir haben das aus handelsüblichen Fahrradteilen zusammengebaut

Schlüter sieht sein Tricycle auch als Konkurrenz zu den modischen Segways, die auf zwei Rädern elektrisch die Waage halten. Die seien gegenüber seinem Dreirad allerdings weitaus gefährlicher.

Eigentlich ist der gebürtige Drensteinfurter Unternehmensberater. Aufs Tricycle gebracht hat ihn Rolf Kahle (62) aus der Lüneburger Heide. Der ehemalige Bauleiter hat in der heimischen Werkstatt an einem Dreirad geschraubt: „Zuerst hatte ich dabei an geführte Städtetouren gedacht“, sagt er.

Mit dem bürstenlosen und „wartungsfreien“ Elektromotor und seinen Lithium-Ionen-Batterien soll das Tricycle einen Radius von 45 Kilometern haben - bei einem Tempo von rund 20 Kilometern. „Die Batterie“, sagt Schlüter, „hält für 240000 Kilometer.“

Die Batterie hält für 240000 Kilometer.

Auch an eine Cargo-Version denkt Thomas Schlüter, der für das Tricycle die Firma Prosper e-mobility gegründet hat: „Da kann man dann auch Werkzeug mitnehmen.“

Die ersten vier Räder hat er bereits verkauft, sein Business-Plan für die ersten Monate sieht 20 Verkäufe vor. Aber ob er das erreichen wird, da ist der Geschäftsführer noch unsicher: „Abwarten.“ Bauen lasse er das Dreirad in einer Behindertenwerkstatt, erklärt Schlüter. Warten lassen könne man es aber in jedem Fahrradladen.

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