Verlag stellte neues Material vor
Jekiss-Programm wird zum Exportschlager

Donnerstag, 29.09.2011, 20:09 Uhr

Münster - Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke hat bei der Konfirmation ihres Patenkindes zuletzt gesungen: „Im Mai.“ Hans-Peter Boer, Kulturdezernent des Regierungspräsidenten, singt jeden Tag: „Auch auf Platt.“ Beide zeigten sich gestern elektrisiert von Münsters musikalischem Exportschlager . „Jekiss“ (Jedem Kind seine Stimme) gibt es jetzt bundesweit. Und, lobt Dezernentin Hanke: „Es stößt auch im deutschsprachigen Ausland auf Interesse.“

Inga Mareile Reuther ist gewissermaßen die Mutter von Jekiss. Die Pädagogin und Musikschul-Mitarbeiterin hat das Musik-Experiment in einer dreijährigen Pilotphase getestet. Seit einem Jahr machen mehr als 60 Prozent aller Grundschulen in Münster mit. Im Franz-Hitze-Haus haben gerade fünf Fortbildungskurse für das Programm stattgefunden - die nächsten fünf sind terminiert. Lehrer werden fit gemacht, um den Knirpsen die Flötentöne beizubringen. „Da braucht man Überzeugungstäter“, sagt Prof. Ulrich Rademacher, Leiter der Westfälischen Schule für Musik.

Für den Erfolg gibt es Zahlen. Über 500 Pakete des pädagogischen Jekiss-Zubehörs hat der Gustav Bosse Verlag in den ersten zwei Wochen verkauft. Dahinter steckt jeweils ein Schwung Grundschüler, der von dem münsterischen Programm infiziert wird.

Verlagsleiter Dr. Wendelin Göbel: „Bei der Singförderung an Grundschulen ist Jekiss bundesweit das wichtigste Projekt.“

Gestern wurden Pädagogen und Chorleiter mit dem neuen Material vertraut gemacht. Um die „singende Grundschule“ durchzusetzen, müssen auch die Lehrer ihre Stimmen trainieren.

Finanziert wird Jekiss vom Land und der Sparkasse Münsterland Ost - jetzt geht es um Nachschulung und Supervision. Großes Lob gestern von Musikschulleiter Rademacher an Jekiss-Erfinderin Reuther: „Sie achtet darauf, dass Schönheit auch eine Rolle spielt.“

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