Dezernenten-Kandidaten
Schaulauf hinter geschlossener Tür

Donnerstag, 13.10.2011, 08:10 Uhr

Münster - Für Grünen-Fraktionschef Hery Klas steht am Mittwoch schon vor dem Schaulaufen der Dezernenten-Kandidaten fest: „Die Beurteilungen des Headhunters geben nicht her, dass Wolfgang Heuer in der Endausscheidung ist.“ Anders CDU-Fraktionschef Heinz-Dieter Sellenriek: „Ich gehe davon aus, dass sich heute vier gute Kandidaten vorstellen, von denen zwei in der nächsten Woche gewählt werden.“

Dass Grünen-Vormann Klas den ehemaligen roten Fraktionschef Heuer indes nicht als Personaldezernenten sehen will, ist hinlänglich bekannt. Noch immer ärgert er sich, dass SPD und CDU die beiden neu zu besetzenden Spitzenposten in der Verwaltung absprachegemäß unter sich aufteilen. Nachdem Klas am Mittag erstmals Einsicht in die Unterlagen der von der Stadtverwaltung beauftragten Personalberatung LAB & Company bekommen hat, fühlt er sich in seiner Einschätzung bestätigt.

Ein eigenes Bild der Dezernenten-Kandidaten wollen sich an diesem Nachmittag die Ratsmitglieder in einer Sondersitzung des Haupt- und Personalausschusses machen. Hinter verschlossenen Türen präsentieren sich nacheinander Wolfgang Heuer und Flüchtlingsdezernent Jochen Köhnke (für das Personal- und Organisationsdezernat). Angespannt sei die Stimmung gewesen, heißt es. Vorsichtig, etwas oberflächlich habe sich Heuer gezeigt. „Der weiß, dass er gewählt wird“, so ein Ratsmitglied. Köhnke wird als souverän und abgeklärt beschrieben - „ aber inhaltlich wenig überzeugend“.

Im Bewerber-Duell um den Kämmerer-Posten stellen sich Warendorfs Kreis-Kämmerer Dr. Stefan Funke und Alfons Reinkemeier (Leiter des Amtes für Finanzen und Beteiligungen) den Fragen der Ratsmitglieder. In getrennten Zimmern warten die Männer zunächst auf ihren Auftritt.

Zu diesem Zeitpunkt hat Grünen-Fraktionschef Hery Klas zumindest einen Teilerfolg erreicht: „Die Verwaltung hat mir die Unterlagen vorgelegt, die ich sehen wollte.“ Eigentlich hatten die Grünen eine Verschiebung der Dezernenten-Wahl gefordert, sogar mit Klage gedroht, weil ihnen bis letzten Freitag nach ihrer Ansicht notwendige Informationen über das Kandidatenfeld vorenthalten wurden.

Als die Tür zur nicht-öffentlichen Vorstellungsrunde ins Schloss fällt, wartet einzig noch Dr. Klaus Aden auf dem Flur im Stadtweinhaus. Der Chef der Personalberatungsagentur LAB zeigt sich grundsätzlich von seiner Dienstleistung überzeugt: Schließlich betreue man Kandidaten professionell, sei Ansprechpartner für Entscheider - und vor allem: „Wir generieren ein qualitativ wertvolles Kandidatenfeld“, so der erfahrene Headhunter.

Daran haben in diesem Fall jedoch einige ihre Zweifel angemeldet - angesichts von vier verbliebenen Bewerbern aus Münster. Darauf will Aden jetzt nicht eingehen, nur soviel: „Das ist spezifisch der Situation in Münster geschuldet.“

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