Kritik der Grünen
Prinzipalmarkt als Weltkulturerbe anmelden

Freitag, 21.10.2011, 00:10 Uhr

Münster - Die Stadtverwaltung darf gegenüber der NRW-Landesregierung eine sogenannte „ Interessenbekundung “ formulieren mit dem Ziel, den Prinzipalmarkt und dessen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg als Unesco-Weltkulturerbe eintragen zu lassen. Das hat der Rat am Mittwochabend mit den Stimmen von CDU , SPD und FDP beschlossen. Nein-Stimmen kamen von Grüne, Linken, UWG, ÖDP und Piraten. Sie führten insbesondere das Finanzargument an. Zum Hintergrund: Die reine Interessenbekundung kostet nichts. Sollte aber der Prinzipalmarkt - mit Rückendeckung der Landesregierung - in das weitere Wettbewerbsverfahren geschickt werden, würden Kosten in Höhe von schätzungsweise 400 000 Euro entstehen. Aktuell sammeln die Bundesländer Vorschläge, weil die Unesco-Liste im Jahr 2015 fortgeschrieben wird. 2012 erfolgt eine Entscheidung über die Bewerbungen in NRW. Zwei Vorschläge je Bundesland werde eingereicht. Während der Aussprache entzündete sich ein heftiger Streit an dem Redebeitrag der GAL-Ratsfrau Dr. Brigitte Hasenjürgen. Sie bezeichnete den wieder aufgebauten Prinzipalmarkt als eine „Inszenierung“, um „die Geschichte zu glätten“ und von den Verfehlungen der münsterischen Kaufmannschaft während der Nazi-Zeit abzulenken. Auch sei es eine Legende, so Hasenjürgen weiter, dass der Wiederaufbau getragen worden sei von einer breiten Bürgerbewegung. Die Replik des erbosten CDU-Ratsherrn Edgar Drüge: „Und was war mit der Rathaus-Lotterie?“ Auch sein Parteifreund Robert Otte verwahrte sich ausdrücklich gegen die Kritik der Grünen: „Die Münsteraner sind stolz auf die Wiederaufbauleistung.“ SPD-Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson sprach die Hoffnung aus, dass von der Bewerbung um den Unesco-Titel eine mobilisierende Wirkung ausgehen könne wie 2004 von der Kulturhauptstadt-Bewerbung. Der GAL-Ratsherr Tim Rohleder hingegen erwiderte, der Titel Weltkulturerbe sei „zwei Nummern zu groß“ für den Prinzipalmarkt. Rohleder: „Ich denke da eher an das Taj Mahal oder an die Pyramiden von Gizeh.“

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