Der Weihnachtsmann klagt
Sicherheitskonzept bremst Georg Lütteke aus / Anwalt kritisiert: Fluchtwege sind nicht breit genug

Münster -

Der Weihnachtsmann klagt gegen die Stadt Münster. Georg Lütteke möchte seinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt im Rathausinnenhof aufschlagen. Die Halle Münsterland, Organisatorin des Weihnachtsmarktes im Rathausinnenhof, erteilte dem Weihnachtsmann die zweite Abfuhr.

Freitag, 25.11.2011, 14:11 Uhr

Nach Auffassung von Lüttekes Anwalt Elmar Franke „muss die Behörde aber neu über die Zulassung für den Weihnachtsmarkt entscheiden“. Das Auswahlermessen spiele dabei eine Rolle, sagt er. Franke kritisiert, dass sich die Stadt in den 90er Jahren alle Einwirkungsmöglichkeiten auf den Weihnachtsmarkt aus der Hand nehmen ließ. Die Stadt teilte ihm mit, dass die Halle Münsterland zuständig sei. Selbst dann, wenn sie Einwirkungsmöglichkeiten habe, zitiert Franke die Stadt, würde der Weihnachtsmann nicht ins Sicherheitskonzept passen.

Genau das kritisiert Franke: Georg Lütteke bekam deswegen in diesem Jahr die Rote Karte gezeigt. Letztes Jahr wurde das mit Platzmangel begründet. Dabei sei der Durchgang zum Rathausinnenhof, wo der Weihnachtsmann mehr als 20 Jahre seinen Stand betrieben hat, viel enger als im Sicherheitskonzept vorgesehen, so Franke.

Genau das sei der springende Punkt, so der Jurist. Denn die Sicherheitsauflagen schreiben laut Franke an dieser Stelle des Weihnachtsmarktes, wo Lütteke früher seine Weihnachtsmützen verkauft hat, eine Breite von zwölf Metern vor. Dabei handelt es sich um den Durchgang zwischen Stadt-Café und Stadthaus 1. In Wirklichkeit aber, so Franke, „sind an dieser Stelle nur etwa acht Meter vorhanden“. Diese Breite würde zusätzlich durch Stühle auf der einen und durch einen Stand auf der anderen Seite behindert. Elmar Franke hat nachgemessen – und kommt auf rund 4,70 Meter.

Der Jurist denkt aber noch über ein weiteres Sicherheitsrisiko nach, nämlich über den Gebrauch von Gasflaschen in den Ständen.

Dafür gebe es Sicherheitsbestimmungen, sagt Horst-Werner Koch vom Ordnungsamt . Imbissstände dürften beispielsweise jeweils nur eine Flasche anschließen, die anderen Gasflaschen müssten in Sicherheitsbehältnissen aufbewahrt werden. Feuerlöscher seien Pflicht.

„Nach Duisburg ist alles anders“, betont der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes. Das bekamen jetzt fünf weitere Händler und ein Imbiss zu spüren, die keinen Platz auf dem Weihnachtsmarkt bekommen haben. Franke mutmaßt indes, dass man Lütteke nicht möchte.

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