„Gute Lösung für alle“
Diskussion um die Zukunft des Flughafens Münster-Osnabrück/ Expertengutachten

Münster -

Der FMO-Ausbau sei keine verrückte Idee eines Gesellschafters, der sich ein Denkmal setzen wolle, sagt Horst Becker. Der parlamentarische Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium versuchte mit dieser Aussage gleich zu Beginn der Veranstaltung mögliche Wogen zu glätten. Die münsterische SPD hatte den Geschäftsführer des Flughafens Münster-Osnabrück (FMO), Gerd Stöwer, sowie den Vorsitzenden des Naturschutzbunds NRW (Nabu), Josef Tumbrinck, eingeladen, um über die Zukunft des FMO zu diskutieren.

Freitag, 04.11.2011, 23:11 Uhr

Der Streit um die Verlängerung der Startbahn und den Erhalt des Eltingmühlenbachs ist nahezu beigelegt. Beide Parteien hatten sich unlängst auf einen Kompromiss verständigt (WN,3.10.). Danach soll für die Startbahn nur noch auf 3000 statt der ursprünglich geplanten 3600 Meter verlängert werden. Der Eltingmühlenbach wird dadurch nicht mehr übertunnelt, sondern naturgerecht um die Startbahn herumgelegt werden. „Wir akzeptieren nur eine Variante, bei der die Qualität des ökologischen Zustandes gewährleistet bleibt“, unterstrich Tumbrinck.
17 Jahre ziehen sich die Verhandlungen und Gerichtsverfahren um den FMO-Ausbau nun schon hin, 19 Millionen Euro seien bis dato für das Projekt ausgegeben worden, im Falle eines Stopps müsse das Geld zu großen Teilen abgeschrieben werden. „Das wäre ein finanzielles Desaster“, so Becker .
Dabei sind die Aussichten für den FMO positiv, wie Verkehrsexperte Dr. Markus Schubert prognostizierte. Heute konzentriere sich der interkontinentale Flugverkehr zwar noch hauptsächlich auf Stadtflughäfen wie beispielsweise Düsseldorf , in Zukunft könne das Verkehrswachstum dort aber nicht mehr bewältigt werden. Der interkontinentale Flugverkehr würde sich verdoppeln. Gerade der FMO mit seiner Nähe zum Rhein-Ruhr-Raum würde davon profitieren. Dieser gelte als einer der größten Luftverkehrsmärkte in Mitteleuropa. „Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für Interkontinentalflüge im FMO im touristischen Segment und bei der Luftfracht“, so Schubert. Das lokale Einzugsgebiet sei zwar relativ klein, ab einer Anreisezeit von 60 Minuten habe der FMO deutliche Vorteile gegenüber vergleichbaren Flughäfen .
Ende November wollen sich Vertreter von FMO und Nabu erneut zusammensetzen. „Wir wollen keinen Kompromiss um des Kompromisses wegen, sondern eine gute Lösung für alle Beteiligten finden“, resümierten die Diskussionsteilnehmer.

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