Macht die Iserlohner noch Karneval?
Macht die Iserlohner noch Karneval?

Dienstag, 08.11.2011, 20:11 Uhr

Münster - Die „Fidelen Bierkutscher“ haben seit jeher eine besondere Affinität zum Gerstensaft. In den Anfangsjahren sorgte die Germania-Brauerei dafür, dass die Stimmbänder der karnevalistischen Sänger-Truppe gut geölt wurden. Eine Tradition, an die die Iserlohner Brauerei nahtlos anknüpfte. Nicht zuletzt, indem die Sauerländer die Verleihung der Goldenen Peitsche, quasi der Oscar der münsterischen Karnevalsorden, mit reichlich Bier und Geld sponsern.

Künftig aber droht ein großer Förderer des münsterischen Karnevals womöglich auszufallen: Denn die Privatbrauerei Iserlohn , die auch den Bürgerausschuss mit einem fünfstelligen Betrag unterstützt, hat ihr Fassbier-Geschäft verkauft. An den Konkurrenten und Großbrauer Krombacher. Künftig will man sich in Iserlohn auf das Geschäft mit Flaschenbier konzentrieren.

Ob indes in Kreuztal-Krombach die Leidenschaft zur fünften Jahreszeit so ausgeprägt ist, wissen die münsterischen Karnevalisten derzeit nicht - auch wenn „das Sponsoring und das Festgeschäft wie bisher mit einem hohen Servicegrad und marktorientiert betrieben“ werden sollen. So zumindest steht es in der gemeinsamen Presseerklärung beider Brauereien.

In der anstehenden Session droht den Karnevalisten zunächst kein Ungemach. Die Verleihung der Goldenen Peitsche 2012 an Oberbürgermeister Markus Lewe geht im Januar in bekannter Manier im Mühlenhof über die Bühne, wie Bierkutscher-Präsident Heinz Kenter erleichtert sagt. Eingeladen ist übrigens Lars Junker, Geschäftsführer der Privatbrauerei Iserlohn. Der hatte den Bierkutschern in diesem Jahr noch seine Verbundenheit zugesichert. Darauf setzt Kenter auch in der Zukunft. Vergleichsweise entspannt sieht Rolf Jungenblut, Präsident des Bürgerausschusses Münsterscher Karneval, die Situation: „Wir haben Verträge mit der Iserlohner Brauerei bis zum Jahr 2016.“ Denen zufolge unterstützen die Brauer das Brauchtum Karneval finanziell und dürfen beim Rosenmontagszug sowie bei „Westfalen haut auf die Pauke“ und weiteren Veranstaltungen ihr Bier verkaufen. „Wir hängen der Iserlohner Brauerei nicht auf der Tasche“, sagt Jungenblut. Er gehe davon aus, dass man dort alsbald das Gespräch mit dem Bürgerausschuss suchen werde.

In Münster gibt es nach Auskunft von Norbert Mackenroth, seit 39 Jahren für die Germania und später Iserlohner im Geschäft, ein gutes Dutzend Gastronomiebetriebe, die Iserlohner-Pils im Ausschank haben. Die seien weitgehend über die Veränderungen informiert worden. So viel steht demnach fest: Die Marke Iserlohner bleibt zunächst erhalten. Gebraut wird das Bier sogar weiter von der gleichnamigen Privatbrauerei an besagtem Ort, vertrieben und vermarktet aber von der Krombacher Brauerei. Irgendwie scheine eine solche Konstruktion ja gut zum Karneval zu passen, unkt ein Jeck, dem es ohnehin schmeckt.

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