Unterricht beim Raab-Bezwinger
Klaus Hermann lernte früher in der Geistschule – heute sagt er dort Jugendlichen, was im Leben wichtig ist

MÜnster -

Früher im Bus auf dem Schulweg, da sagte Klaus Hermann: „Ich geh‘ aufs Geist.“ Die anderen im Bus erzählten, sie seien Schüler am „Schlaun“, am „Rats“ oder am „Annette“. Dass „das Geist“ gar kein Gymnasium, sondern die Geistschule und damit eine Hauptschule ist, habe ich nicht dazu gesagt“, erzählt Klaus Hermann etwa 25 Jahre später. Den Jugendlichen, die ihm zuhören, geht es heute oft so, wie ihm damals.

Mittwoch, 23.11.2011, 10:11 Uhr

Die 24 Mädchen und Jungen hängen dem sympathisch-smarten Typ, der lässig am Lehrertisch lehnt, an den Lippen. Denn Klaus Hermann , von 1982 bis 1988 Schüler der Geist-Schule, ist einer, der geschafft hat, wovon viele hier träumen. Der 39 Jahre alte Münsteraner führt nicht nur eine große Versicherungsvertretung in Münster , er tritt auch regelmäßig als Comedian auf, und ist Buchautor. Sein jüngster Coup: Klaus Hermann ist seit ein paar Wochen Stefan-Raab-Besieger. Er hat den berühmten Moderator in dessen Show „Schlag den Raab “ übertrumpft und 500 000 Euro gewonnen.

Einige der Jungs und Mädchen aus der 10b, wo Hermann am Mittwochmorgen statt Englisch über seine Erfahrungen im Leben und mit Stefan Raab plaudert, haben damals live zugeguckt. Adiano hat vorher bei Facebook mit abgestimmt, als es darum ging, dass Hermann überhaupt das Rennen als Kandidat für die Show macht.

Wie Hermann, der in Berg Fidel an der Hogenbergstraße aufgewachsen ist und die Geistschule besuchte, Stefan Raab bei einem Marathon sportlicher und denksportlicher Spiele in die Knie zwang, das begeistert die Zehntklässler. Noch mehr aber beeindruckt sie, wie jemand wie sie selbst, dem als einem Jugendlichen auf der Hauptschule nicht viel zugetraut wurde, es so weit bringen kann.

„Es reicht, wenn man versucht, ein guter Mensch zu sein und fleißig ist“, verrät Hermann sein schlichtes, aber erfolgreiches Lebensrezept. „Man braucht keine reichen Eltern, und was auf dem Schul-Zeugnis steht, wird im Laufe der Jahre immer unwichtiger. Wichtig ist, wie man im Leben und im Beruf zurechtkommt“, sagt Hermann. „Ein bisschen Einsatz braucht es schon“, präzisiert Schulleiter Karl-Heinz Neubert den umtriebigen Hermann, der auch als Kampfsportler und Fußballer Ehrgeiz entwickelt hat.

Das Kapitel Stefan Raab hat er abgeschlossen. „Ich habe dieselben Freunde wie vorher, mein Leben hat sich nicht geändert“, betont Hermann. Auch nicht durch die 500 000 Euro, die inzwischen auf seinem Konto eingegangen sind. Ein schönes, neues Holland-Rad will er sich kaufen. „Gebt nie mehr Geld aus, als ihr habt“ – diese Mahnung gibt er den Jugendlichen noch mit auf den Weg, und: „Verschuldet euch bloß nicht für ein Auto.“ Hinterher ist Klaus Hermann noch von den Jugendlichen umringt. Sie dürfen ihn alle in seinem Büro anrufen, wenn sie Fragen haben oder einen Rat suchen – oder vielleicht einen Praktikumsplatz brauchen.

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