Die älteste Kirchenkrippe der Stadt
St. Ludgeri hütet die Figuren von 1868 wie einen Schatz / Drei Könige kommen am 6. Januar dazu

Münster -

In der Sakristei von St. Ludgeri haben sie ihren eigenen Schrank. Direkt über den Messgewändern werden sie wie ein Schatz gehütet: Maria und Josef mit dem Jesuskind, Hirten, Engel, Schafe und die Heiligen Drei Könige in ihren schmucken Gewändern. Doch die bleiben bis zum 6. Januar im Schrank. Genauso wie die „zweite“ Maria mit dem auf ihrem Schoß sitzenden göttlichen Kind, das die Weisen aus dem Morgenland mit offenen Armen empfängt. Die Figuren beeindrucken kleine und große Krippenbesucher in der Weihnachtszeit.

Samstag, 24.12.2011, 20:12 Uhr

1868 wurde die Krippe für St. Ludgeri gekauft – und ist damit die älteste Weihnachtskrippe, die in einer münsterischen Pfarrkirche erhalten ist, wie im Werk von Gertrud Mayr „Weihnachtskrippen in Münster“ nachzulesen ist.

„Die Wachsfiguren mit den kaschierten Kleidern faszinieren den Betrachter durch ihr offensichtliches Alter, durch die Innigkeit der Haltung und des Ausdrucks sowie durch die harmonisch abgestimmte Farbigkeit und den kunstvollen Faltenwurf der Gewänder“, so die Krippenkennerin, die einen Katalog zu etwa 100 Krippen, die in Münsters Kirchen, Kapellen, Krankenhäusern und Klöstern stehen, erstellt hat.

„Während die Figur der Maria und das Jesuskind der Heiligen Nacht irgendwann durch Gipsfiguren ersetzt werden mussten, sind für die Aufstellung zum Dreikönigsfest alle Figuren original erhalten“, heißt es im Krippenbuch. Im Bistumsarchiv fand Gertrud Mayr einen Zettel der „Auslagen für die Krippe 1868“. Die Rechnung für die Figuren der Heiligen Nacht mit der Hirtenanbetung betrug 232 Reichstaler.

Das Alter der 15 Figuren weiß auch Michael Schwier zu schätzen, der gestern mit den Vorbereitungen für Heiligabend alle Hände voll zu hatte. Auf einer Leiter kletterte er zum Krippenschrank hoch, um die Figuren vorsichtig herunterzuholen. Der Küster hat sozusagen Premiere.

Ist der gebürtige Gladbecker, der am 1. April in St. Ludgeri und St. Servatii gestartet ist, doch erstmals am Weihnachtsfest in den beiden Altstadtkirchen im Dienst.

Und da hat der Krippenaufbau, der heute vollendet wird, Vorrang. Geht es doch um das größte Geschenk, das Gott den Menschen gemacht hat – das Kind in der Krippe. Punktgenau soll die Bethlehemszene in den Blickpunkt rücken. „Gut, dass Maria Rawert mir dabei hilft“, freut sich der Küster, der auf den guten Geist von St. Ludgeri zählen kann.

Michael Schwier und Beate Breuing, freischaffende Blumenfrau, machten Ludgeri und Servatii weihnachtsfein. Dafür musste der Adventskranz entfernt werden, bevor Weihnachtssterne und Christrosen Einzug hielten – für die Stille Nacht, Heilige Nacht.

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