Porzellan kommt nicht in den Bunker
Porzellanmuseum kommt nicht in den Bunker

Münster -

Nachdem das Porzellanmuseum an der Gasselstiege Ende November schließen musste, hat sich nun die Hoffnung zerschlagen, dass die Stadt hilft. Ein Umzug in den historischen Bunker an der Lazarettstraße scheint mittlerweile ausgeschlossen.

Dienstag, 27.12.2011, 13:12 Uhr

Die Zukunft scheint momentan so zerbrechlich zu sein wie die vielen Exponate, für die ein neues Domizil gesucht wird. Nachdem das Porzellanmuseum an der Gasselstiege Ende November schließen musste, hat sich nun die Hoffnung zerschlagen, dass die Stadt hilft.

Zum einen hat der Rat einen Antrag abgelehnt, aus der Gewinnausschüttung der Sparkasse 12 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Geld, das dazu hätte dienen sollen, den Bunker an der Lazarettstraße teilweise zu nutzen. Zum anderen, sagt Rainer-Ludwig Daum , Vorsitzender des Fördervereins, sei inzwischen auch klar, dass die Verwaltung ohnehin den Umzug in das denkmalgeschützte Gemäuer ablehne. „Wir haben das noch nicht offiziell, aber ich weiß es bereits.“

Daum berichtet weiter, dass sein Verein inzwischen bereits einige Alternativangebote bekommen habe. Doch beträchtliche Mietkostenforderungen ließen derlei Optionen nicht realistisch erscheinen. Der Vorsitzende verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Förderverein lediglich rund 50 Mitglieder habe, darunter auch noch einige über 80-Jährige, die keine Beiträge zahlen bräuchten. Finanziell zu leisten sei unter diesen Bedingungen lediglich die Übernahme laufender Kosten wie Strom und Heizung.

Einzig eine Möglichkeit, über die Daum noch nichts Genaueres sagen will, verspreche derzeit Positives. „Aber das würde wohl noch zwei, drei Jahre dauern.“

Die Sammlung des Vereins und seiner Mitglieder hat über die Jahre beträchtliche Ausmaße angenommen. Rund 10 000 Exponate gibt es, etwa 500 gehören dem Förderverein, der Rest den Mitgliedern. Der größte Teil, nämlich circa 6000 Stücke, befindet sich im Eigentum von Rainer-Ludwig Daum. Er bezeichnet all das als „Schatz von Münster“, der 150 Jahre Porzellanmalerei – vor allem der Manufaktur Roloff – veranschauliche.

Ein Schatz, den sich zuletzt rund 1000 Besucher jährlich im Museum an der Gasselstiege angeschaut haben und der nunmehr zum Großteil in drei Kellern verstaut worden ist.

Immerhin besteht aber noch an drei Stellen Gelegenheit, zumindest Teile der Sammlung zu sehen. Im Torhaus an der Gasselstiege und in den Räumen des Integrationsrates am Ludgeriplatz steht jeweils eine Vitrine, so Daum. Und im Hiltruper Museum läuft noch bis Juni kommenden Jahres die Ausstellung „Porzellanmalereien in Nordrhein-Westfalen – Schnittstellen zu August Roloff in Münster“.

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