Wettlauf um die Kita-Plätze
Die Stadt baut das Angebot aus, doch Elten suchen trotzdem oft ohne Erfolg

Münster -

Kita-Platz händeringend gesucht! Verzweifelte Eltern, die ihren Sprößling unterbringen wollen, gehören in der Kita Sonnenblume an der Dreizehner Straße zu den täglichen Besuchern. Beate Meyer-Mende, stellvertretende Leiterin der Einrichtung in privater Trägerschaft mit zwei Gruppen, führt eine lange Warteliste: 81 Namen stehen darauf, nur drei Plätze für unter dreijährige Kinder werden zum kommenden Sommer frei. „Unsere Nachbarkita hat gar keinen Platz frei, erzählt Meyer-Mende. Eltern mit Geschwisterkindern haben beim Nachrücken Vorrang.

Mittwoch, 21.12.2011, 19:12 Uhr

Doris Feldmann, die Vorsitzende der Elterninitiatve, die Träger der Kita Sonnenblume ist, appelliert an die Stadt, mehr Gas beim Ausbau des Kita-Angebots zu geben.

Auch ein junger Vater aus Sankt Mauritz hat auf der bisher erfolglosen Suche nach einem Kita-Platz für sein Kind den Eindruck, es gehe beim Ausbau nicht schnell genug voran. „In Sankt Mauritz besteht, so klagt auch Jugendamtsleiterin Anna Pohl tatsächlich ein arger Engpass an Betreuungsplätzen. Dass dort gleichzeitig Anwohner den geplanten Ausbau der Kita Merschkamp mit Hinweis auf die angeblich mangelnde Verkehrssicherheit verhindern wollen, stößt bei der Stadtverwaltung auf Unverständnis. „Möglicherweise werden genau diese jetzigen Gegner nach 2013 versuchen, ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz durchzusetzen, ärgert sich Pohl.

Die Stadt plane momentan, bis zum Sommer 2013 knapp 400 neue Kita-Plätze einzurichten. Neue Kitas mit jeweils vier Gruppen entstehen in Amelsbüren, Berg Fidel, Kinderhaus, Nienberge-Häger, Handorf und am Friesenring – parallel zu vielen Erweiterungen bestehender Kitas. Auch die notwendigen Stellen für die neuen Einrichtungen glaubt die Stadt besetzen zu können.

Beate Meyer-Mende , die seit zehn Jahren in der Kita Sonnenblume arbeitet, spricht davon , dass die Anforderungen an den Job steigen, und Erzieher und Erzieherin in anderen Ländern längst ein akademischer Beruf mit besserer Bezahlung sei. Sie wünscht sich für ihre Kollegen vor allem mehr Unterstützung durch Fortbildung.

Und dass die lange Warteliste demnächst wirklich einmal kürzer wird. „Die meisten Eltern gehen leer aus“, sagt Meyer-Mende. Der Andrang auf die Plätze sei in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. „Die Kinder werden immer früher angemeldet.“ Manchmal Meyer-Mende sogar Familien auf die Liste, deren Kind noch gar nicht geboren ist: „Um die werdenden Eltern nicht zu enttäuschen.“

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