Flanieren im barocken Garten
Kaufmannschaft stellt Skizzen für einen neuen Hindenburgplatz vor und wünscht sich breite Debatte

Münster -

Die Menschen genießen ihren Cappuccino in der Sonne. Vor den Cafés in den Terrassengebäuden flanieren die Münsteraner zwischen dem barocken Wasserbecken und dem Schloss entlang. So zauberhaft könnte es zukünftig auf einem von Grund auf umgestalteten Hindenburgplatz aussehen - wenn es nach den Konzeptskizzen des renommierten Architektenbüros Bolles + Wilson geht, das vom Verein der Kaufmannschaft dazu beauftragt worden war.

Mittwoch, 11.01.2012, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.01.2012, 12:00 Uhr

Vorsitzender Dr. Hugo Fiege und Stellvertreter Michael Lückertz präsentierten gestern drei mögliche Szenarien für die Zukunft des 30.000 Quadratmeter großen Areals, das zu einem Barockgarten vielleicht sogar mit Wasserbecken werden könnte. „Münster würde mit der Umsetzung einen gewaltigen Schritt nach vorne machen, indem es das Schloss in die Innenstadt integriert. Das ist ein Schatz, den man heben kann“, sagte Fiege. Bei allem Respekt vor der Geschichte und der Vorgabe Schlauns gehe es darum, die Seele der Stadt Münster weiterzuentwickeln und die Lücke zwischen dem Schloss und der Innenstadt zu schließen.

Peter L. Wilson stellte die drei Szenarien, die als eine „Fokussierung von Ideen“ zu verstehen seien, im Detail vor. Voraussetzung für alle Überlegungen ist eine Tiefgarage unter dem Hindenburgplatz mit 600 Stellplätzen, womit sich das Vorhaben für einen Investor rechnen kann, und ein Verbleib des Sends auf dem Areal.

Bei Szenario 1 handelt es sich im Wesentlichen um die Betonung eines grünen Platzes. In einem Karree vor dem Schloss werden neue Bäume gepflanzt. Die Doppelreihe umrahmt das großzügig angelegte Areal. Spektakulär wäre der Blick von der Frauenstraße auf das Schloss.

Szenario 2 sieht viertelkreisförmige Flügelbauten vor, die sich vom Schloss großzügig wie Arme ausbreiten. Der Verkehrslärm der Bundesstraße 54 wird durch zwei langgestreckte Terrassengebäude abgeschirmt. Szenario 3 schlägt ein in Querlage angelegtes Wasserbecken vor. Die Stadtkante in Richtung Schloss verschoben. Die B 54 wird mit neuen Gebäuden abgeschirmt, der Blick auf das Schloss eingerahmt. Die Promenade verläuft am neuen See entlang.

Fiege hatte als Vorsitzender der Kaufmannschaft die ergebnisoffene Diskussion über die Nutzung des Hindenburgplatzes beim Kramermahl 2011 thematisiert. „Wir wünschen uns eine transparente Debatte und hoffe auf einen breiten Konsens.

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