Narzissen haben es weit getrieben
Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann befürchtet, dass im Februar noch Schnee und Eis kommen

Münster -

Da blüht uns was. Die ersten Frühlingsblüher recken langsam ihre Knospen aus der Erde. Die Narzissen haben es schon weit getrieben, sie stehen an geschützten Flecken in den Gärten kurz vor der Blüte. Dabei blüht uns der Frühlingsanfang erst am 20. März. Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann kann gut verstehen, dass sich die Menschen nach der langen Adventszeit nach frischen Farben sehnen. Die Farbe Rot ist darum nicht gefragt. Gelbe und pastellige Farbtöne werden verlangt. Orange ist im Kommen. Dahlmann: „Die Branche richtet sich nach der Mode.“

Freitag, 06.01.2012, 13:01 Uhr

Narzissen haben es weit getrieben : Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann befürchtet, dass im Februar noch Schnee und Eis kommen
Kreisgärtnermeister Martin Dahlmann mit einer bunten Primel-Vielfalt, mit der sich die Kunden den Frühling ins Haus holen möchten. Foto: Oliver Werner

Das stürmische Wetter verführt geradezu, sich den Frühling ins Haus zu holen. Der Run auf Primelchen, Hyazinthen und Tulpen hat eingesetzt. Dass die Knospen sich auch in freier Natur entfalten, erklärt Dahlmann mit dem Wetter. Waren die Nächte im November noch teilweise frostig und kalt, schwanken seitdem die Temperaturen häufig im zweistelligen Bereich. Das fördert das Wachstum, sagt Dahlmann. „Zwiebelpflanzen wie Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen lassen sich nicht aufhalten.“ Auch die Magnolienknospen seien weiter als sonst. „Von der Blüte werden wir nicht viel haben“, befürchtet der Fachmann.

Anders sieht es dagegen zurzeit in den Produktionsbetrieben aus. Häufig werde den Pflanzen in Kühlhäusern der Winter bei ein bis zwei Grad vorgegaukelt, um dann je nach Bedarf die Blüten anzutreiben. Dahlmann selbst hat ebenfalls einen Produktionsbetrieb und zurzeit unter anderem rund 20 000 Stiefmütterchen unter seinen Fittichen. Kritisch überwacht er die Jungpflanzen. Die Kunst sei es, so Dahlmann, die Produktion in den März zu bringen, denn dann würden erfahrungsgemäß die Frühlingsblüher gekauft.

Wenngleich sich Dahlmann freut, dass er aufgrund der milden Witterung zurzeit täglich etwa 200 Liter Heizöl einspart, geht er davon aus, dass der Winter aber noch nicht gelaufen ist. Der 50-jährige Kreisgärtnermeister, der ehrenamtlich als Vorsitzender für rund 50 produzierende und gewerbliche Betriebe zuständig ist, rechnet noch im Februar mit Eis und Schnee.

Ginge es nach Martin Dahlmann, dann würde er sich momentan minus vier bis fünf Grad wünschen – aber auch Sonnenschein. Der Vorteil: Die Blumenvielfalt würde nicht so schnell treiben. Den Verbrauchern rät er, wenn sie sich jetzt Frühlingsblüher nach Hause holen, diese ein bisschen weniger zu gießen, um die Entwicklung von Pilzen zu vermeiden.

► Die drei kleinen Motive mit blühenden Blumen haben WN-Leser der Redaktion geschickt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/593031?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F597156%2F
Kein Mitleid mit der Reihe eins
Kurt Krömer gießt Wasser ins Glas. Aber dabei bleibt es an diesem Abend nicht . . .
Nachrichten-Ticker