Noch dreht keiner am Riesenrad
Schaustellerverband, Universität, Westfalenfleiß und WBI blicken gespannt auf die angestoßene Debatte

Münster -

Es regnet. Und das triste Wetter trägt nicht gerade zur Belebung des Hindenburgplatzes bei. Autofahrer kurven auf dem Gelände auf der Suche nach Parkplätzen umher, Studenten eilen zum Schloss. Vielleicht schlendern sie zukünftig durch einen Barockgarten, wenn man an die durch die Kaufmannschaft präsentierten Architekturskizzen von Bolles + Wilson denkt (WN 12.1.), die gestern das Gesprächsthema in der Stadt waren. Doch noch dreht keiner am Riesenrad. . .

Donnerstag, 12.01.2012, 00:01 Uhr

Noch dreht keiner am Riesenrad : Schaustellerverband, Universität, Westfalenfleiß und WBI blicken gespannt auf die angestoßene Debatte
Bis zu eine Million Besucher lockt der Send jährlich auf den Hindenburgplatz. In den von der Kaufmannschaft präsentierten Plänen für eine Neugestaltung könnten sich die Karussells und Buden auch in Richtung Schloss verschieben. Foto: Bernhard Fischer

Fritz Heitmann , der Vorsitzende des Schaustellerverbandes , kennt die Entwürfe bislang nicht. „Daher kann ich sie nicht kommentieren“, sagt er telefonisch aus Österreich. Die Kaufmannschaft nannte als Voraussetzung für alle Überlegungen, dass der Send vorm Schloss bleiben muss. Deshalb zeigen sich die Schausteller aufgeschlossen, sie sind aber trotzdem skeptisch. „Fraglich ist, ob die Statik der geplante Tiefgarage den Send tragen kann“, sagt Heitmann.

Der Chef der Schausteller erinnert an die lange Tradition der Großveranstaltung auf dem Hindenburgplatz. Dreimal im Jahr besuchen bis zu eine Million Menschen den Send mit seinen 200 Karussells und Buden. Gerade prüft der Schaustellerverband, ob der Herbstsend von fünf auf neun Tage verlängert werden soll. Heitmann: „Mich würde interessieren, wie die Uni dazu steht, wenn die Achterbahn zum Schloss verlagert wird.“

Die Wilhelms-Universität beobachtet die angestoßene Diskussion genau, zumal ihr Hoheitsgebiet betroffen wäre. Der Leiter der Pressestelle, Norbert Robers , spricht von einer „interessanten und guten Initiative“ der Kaufmannschaft. „Die Uni blickt mit großem Interesse darauf, ob und wie die Debatte in Gang kommt. Wir werden uns zu gegebener Zeit daran beteiligen“, sagt Robers.

Der gemachte Aufschlag sorgt bei den Mitarbeitern der Westfalenfleiß GmbH, die die insgesamt 962 Parkplätze auf dem Hindenburgplatz bewirtschaftet, für Unruhe. „Zwölf überwiegend schwerbehinderte Menschen sind dort beschäftigt. Wir gehen davon aus, dass die Arbeitsplätze nicht in den Köpfen von Investoren sind“, sagt Prokurist Siegfried Thomaszick. Das Parken auf dem dreigeteilten Areal ist mit 50 Cent je angefangenen 30 Minuten bzw. Stunde vergleichsweise günstig, was sich bei einer Tiefgarage ändern könnte. Thomaszick berichtet, dass der Vertrag mit dem Land bis 2014 läuft, der für die städtische Teilfläche vor dem Korps verlängert sich kontinuierlich.

Ob sich eine Tiefgarage mit – wie vorgestellt – 600 Plätzen rechnet, bedarf einer weitergehenden Untersuchung, betont Christoph Hilbert. Der Kaufmännische Leiter der WBI, die die Parkhäuser in der Innenstadt betreibt, ist trotzdem aufgeschlossen: „Wenn es um die Bewirtschaftung von Parkflächen geht, sind wir immer interessiert.“

| Westfalen

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