Schaltkästen werden zu Kunstwerken
Rehberger setzt Akzent im Bahnhofsviertel

Münster -

Wenn sich Stadtplaner über den letzten Pflasterstein Gedanken machen und anschließend mausgraue Schaltkästen ungeplant wie Pilze aus dem Boden schießen, läuft etwas falsch. „Gestalterisch ein extremer Mangel“, spitzt Planungsdezernent Hartwig Schultheiß die Problematik zu. Umso mehr verspricht er sich von dem „Kunstprojekt Schaltschränke“.

Montag, 16.01.2012, 15:01 Uhr

Schaltkästen werden zu Kunstwerken : Rehberger setzt Akzent im Bahnhofsviertel
Setzen auf das „Kunstprojekt Schaltschränke“ (v.l.): Kulturdezernentin Dr. Andrea Hanke, ISG-Vorsitzender Peter Cremer, Planungsdezernent Hartwig Schultheiß und Marketing-Chefin Bernadette Spinnen. Foto: Oliver Werner

69 dieser Kästen will die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel in ihrem Quartier in Kooperation mit der Stadt künstlerisch gestalten lassen. Und hat dafür mit Tobias Rehberger einen renommierten Vertreter für Kunst im öffentlichen Raum gewinnen können. „Ein Kunstprojekt mit überregionaler Strahlkraft“, jubelt ISG-Vorsitzender Peter Cremer .

Rund 500 000 Euro lassen sich ISG, Stadt und Land das Vorhaben kosten. Dabei will die Standortgemeinschaft knapp 238 000 Euro selbst stemmen, weitere 190 000 Euro kommen aus dem Topf für Städtebaufördermittel des Landes. 47 500 Euro will die Stadt Münster zuschießen, sollte der Rat am 8. Februar grünes Licht geben.

Planungsdezernent Hartwig Schultheiß sieht Münster mit der Kunst-Aktion rund um die sogenannten Kabelverzweigerschränke wegweisend: Schließlich seien die unschönen Kästen im Stadtbild „ein Thema zwischen Kiel und Konstanz“.

Seit Jahren liegt die Idee in der Schublade der ISG Bahnhofsviertel. Anfänglich habe man noch über einen Graffitiwettbewerb nachgedacht, so ISG-Chef Cremer. Nach und nach habe sich dann der hohe künstlerische Anspruch entwickelt – ein „interdisziplinärer Ansatz, Kunst und Stadtgestaltung zusammenzubringen“, wie Kulturdezernentin Dr. Andrea Hanke betont.

Schon im Frühjahr soll Tobias Rehberger erste Ideen entwickeln und seine Entwürfe einer Jury vorstellen. Stoßen die auf Zustimmung, könnte im Spätsommer mit der Umsetzung begonnen werden.

Wie viele der 69 Kästen tatsächlich umgestaltet werden, hängt dabei vom Konzept des Künstlers ab. Der habe freie Hand, wie die Beteiligten versichern. Allerdings soll er die Identität des Bahnhofsviertels und seiner Bewohner im Blick haben, erklärt Hanke.

Marketing-Chefin Bernadette Spinnen sieht in dem Projekt die Chance, Münster, abgesehen von den alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur-Projekten, als Standort für Kunst im öffentlichen Raum weiter zu etablieren.

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