Ursachensuche am Sprengloch
Mauerwerk des Otto-Bunkers offenbar falsch eingeschätzt

Münster -

„Wir sprengen den Weg frei!“ Der Werbeslogan am Wagen der Thüringer Sprenggesellschaft findet ein paar Meter weiter, im Mauerwerk des Hochbunkers an der Ottostraße ungewollte Bestätigung. Ein gut zwei mal zwei Meter großes Loch klafft dort im Stahlbeton. Und den Anwohnern klingt der Donnerschlag von Donnerstag noch immer angstvoll in den Ohren.

Freitag, 06.01.2012, 14:01 Uhr

Ursachensuche am Sprengloch : Mauerwerk des Otto-Bunkers offenbar falsch eingeschätzt
Ein Krater klafft in der Außenwand des Bunkers: Jörg Flossbach von der Bezirksregierung untersucht die missglückte Sprengung. Foto: Oliver Werner

Am Tag nach der verunglückten Sprengaktion (WN, 6.1.) begeben sich Vertreter der Bezirksregierung, der Roxeler Firma Schlattmann Wohnbau, die anstelle des Bunkers drei Stadthäuser mit 17 Wohnungen bauen will, und der Sprengmeister auf Ursachensuche . Eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ erkennt Jörg Flossbach von der Bezirksregierung, Dezernat Sprengstoffrecht, nach der rund einstündigen Begehung im Nieselregen.

In der zwei Meter dicken Bunkerwand sind entgegen der Annahme offenbar keine durchgängigen Stahlverstrebungen, die die Außenwand festigen. Zusätzlich wird eine mit Dachpappe ausgefüllte Dehnungsfuge als Schwachstelle ausgemacht. Alles zusammen soll dazu geführt haben, dass die Sprengung nicht nur 1,20 Meter Mauerwerk im Inneren des Bunkers ablöste, sondern die Fassade nunmehr ein dickes Loch hat.

Anwohner hatten zunächst die Befürchtung geäußert, bei den Arbeiten könnte zu viel Sprengstoff eingesetzt worden sein. Das scheint sich aber nicht zu bestätigen. Bis ein Gutachter die Lage analysiert hat, werden die Sprengungen ausgesetzt, sagen Behörden- und Firmenvertreter unisono.

Auf eine längere Ruhepause können die Anwohner gleichwohl kaum hoffen: Schon Mitte kommender Woche könnte erneut im Bunker gesprengt werden, dessen dünnere Wände später mit einem Bagger von außen abgerissen werden. Ein offizieller Stopp der Arbeiten wird am Freitag jedenfalls nicht verhängt.

„Ein bisschen Angst vor der nächsten Sprengung habe ich schon“, gibt Karen Hemmer unumwunden zu. Die Anwohnerin von der schmalen Lambertistraße blickt durch ihre zerborstene Scheibe direkt auf den Krater in der grauen Bunkerwand. „Der Glaser war schon da.“ Neue Scheiben kommen aber erst in zwei Wochen. Den entstandenen Schaden, so sagt Architekt Björn Heßling von der Roxeler Schlattmann Wohnbau GmbH, ersetze die Versicherung der Sprenggesellschaft.

Das ist ein kleiner Trost für Anwohner und Hauseigentümer. Aber beruhigt sind deshalb längst nicht alle, die in der Nachbarschaft des Bunkers leben.

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