Verteilungskampf um Kita-Plätze
Anmeldeverfahren geht am 1. Februar zu Ende/Nervosität bei Eltern/Online-Navigator in Vorbereitung

Münster -

Am 1. Februar ist für viele junge Eltern in Münster wieder Stichtag: Stichtag für das Hoffen und Bangen – das Hoffen, für das Kind einen Betreuungsplatz zu finden – und das Bangen zu den vielen zu gehören, die leer ausgehen.

Dienstag, 24.01.2012, 20:01 Uhr

Verteilungskampf um Kita-Plätze : Anmeldeverfahren geht am 1. Februar zu Ende/Nervosität bei Eltern/Online-Navigator in Vorbereitung
Ein Kita-Platz für unter dreijährige Kinder bleibt weiter für viele Eltern in Münster ein unerfüllter Wunsch. Foto: dpa

Am 1. Februar endet das Anmeldeverfahren für das nächste, im August beginnende Kindergartenjahr. Auch nach Anmeldeschluss dreht sich das Bewerbungskarussell für sehr viele Eltern weiter. Denn in der Gewissheit, dass nur rund die Hälfte der Familien, die für ihr unter dreijähriges Kind einen Betreuungsplatz suchen, erfolgreich sein werden, haben sich die allermeisten gleich in mehreren Kitas angemeldet.

„Die Träger entscheiden über die Vergabe der Plätze gemeinsam mit dem Elternrat“, betont Anna Pohl , Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien. Deshalb kann die Stadt, die möglichst viele Betreuungsplätze schaffen muss, nicht wissen, wie viele Eltern sich zu einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt um einen Kita-Platz bewerben. An der Vergabehoheit der Träger solle sich auch nichts ändern sagt Pohl, aber im kommenden Jahr werde es voraussichtlich einen „Online-Kita-Navigator“ in Münster geben, der zumindest Aufschluss darüber gibt, wie viele Interessenten es gibt. Das Programm hat die Stadt Düsseldorf entwickelt. „Wir wollen das übernehmen“, kündigt Pohl an, die sich dadurch einen viel genaueren Aufschluss über den tatsächlichen Bedarf an Plätzen erhofft.

Bis zum 1. August 2013, wenn Eltern einen Rechtsanspruch auf Betreuung bekommen, werde Münster für etwa 37 Prozent der unter Dreijährigen Plätze zur Verfügung stehen, sagt Pohl. Damit wird Münster den gesetzlichen Anspruch erfüllen, denn dieser wurde gedeckelt. Wenn eine Kommune für 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder einen Platz bietet, kann sich keine Familie mehr einklagen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Mehrzahl der Familien ihr Kind zu Hause betreuen lassen will.

In Münster ist dies, ebenso wie in den meisten Städten, ein Irrtum. Hier sind es rund 60 Prozent der Eltern, die einen Platz suchen.

Wer schon ein Kind untergebracht hat, hat es beim zweiten Kind oft leichter – denn die meisten Kitas vergeben freie Plätze vorrangig an Geschwisterkinder. Grund für Beschwerden mancher Eltern, die für ihr ältestes Kind einen Platz suchen. „Wir kriegen keinen Fuß in die Tür“, ärgert sich eine Mutter – auch darüber, dass, wie sie sagt, die Plätze an Geschwister auch dann vergeben würden, wenn die Mutter gar nicht ihre Berufstätigkeit aufnehme.

Sandra Rieksmeier, stellvertretende Vorsitzende des kürzlich gegründeten Jugendamtselternbeirats, kann sich vorstellen, dass dies im Einzelfall vorkommen kann. „Der Bedarf wird vom Jugendamt aber regelmäßig geprüft“, sagt sie. Problematisch sei allenfalls, dass Kinder, die von Tagesmüttern betreut würden, automatisch nur noch maximal 25 Stunden wöchentlich dort verbringen dürften, wenn nach der Geburt eines Geschwisterchens Mutter oder Vater erneut in Elternzeit gingen. In Kitas ändere sich in diesem Fall nichts an der Betreuungszeit.

Anna Pohl will die Nöte der Eltern nicht kleinreden: „Es klemmt an allen Ecken und Enden“, sagt sie. 430 Tagesmütter und -Väter betreuen in Münster momentan 1100 Kinder. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien konzentriert einen Großteil seiner Energie darauf, neue Tageseltern zu finden und Grundstücke für den Bau neuer Kitas im Stadtgebiet zu finden.

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