Abzug der Briten aus Gremmendorf noch in diesem Jahr
Angeblich keine Überraschung

Münster -

Handlungsbedarf in Politik und Verwaltung wird durch den vorgezogenen Abzug der Briten erhöht

Mittwoch, 29.02.2012, 07:02 Uhr

Abzug der Briten aus Gremmendorf noch in diesem Jahr : Angeblich keine Überraschung
Nun wird die York-Kaserne bereits Ende dieses Jahres leer stehen. Die britischen Streitkräfte haben ihren Abzug um ein Jahr vorgezogen. Foto: Matthias Ahlke

Nein, Überraschung löste sie bei den Politikern in Münsters Südosten angeblich nicht aus, die Nachricht, dass jetzt bereits Ende diesen Jahres die rund 400 Wohneinheiten der Briten und das Gelände der York-Kaserne komplett geräumt sein werden und nicht, wie von britischer Seite noch im Herbst verkündet, im Laufe des Jahres 2013. Aber auch wenn die Ankündigung nicht unerwartet kam, löste sie doch Reaktionen aus.

„Jetzt besteht echter Handlungsbedarf “, erklärte Dr. Michael Klenner , Bezirksbürgermeister in Münsters Südosten. Für die nächste BV-Sitzung am 13. März habe die Verwaltung eine Vorlage angekündigt, in der die Strukturen festgezurrt sein sollen, wie es mit dem weiteren Ablauf der Konversion aussehen könnte, erklärte Klenner. Inwieweit die nun aktuell eingetretene zeitliche Verknappung noch einfließen werde, das müsse man abwarten. Auf jeden Fall sei man nicht unvorbereitet. Ein interfraktioneller Kreis arbeite seit 2010 schon recht intensiv zusammen.

Frühzeitig habe man sich in Gremmendorf mit dem bevorstehenden Abzug befasst, erklärte Ratsherr Andreas Nicklas ( CDU ). Nicht zuletzt geschah dies durch das schon über Jahre praktizierte vehemente Drängen von CDU-Bezirksvertreter Dr. Heinrich Hoffschulte, möglichst fertige Pläne in der Schublade zu haben, wenn der Britenabzug erfolgt. Erst kürzlich hatte er auf einer Informationsveranstaltung des Gewerbevereins Gremmendorf-Angelmodde an die Gewerbetreibenden appelliert: „Jetzt liegt es an ihnen, sich in die Planungen einzubringen.“ Ein Appell, den Rolf-Dieter Schönlau , SPD-Fraktionsvorsitzender den in der BV Südost, nur unterstreichen kann. „Ganz wichtig ist es jetzt, den Gewerbeverein möglichst rasch einzubinden“, erklärte er gestern. So sind die Ideen schon recht vielfältig gediehen, wie die neue Mitte im Kasernengelände aussehen könnte, mit Geschäften, Gastronomie und einem Marktplatz. Einige Gespräche mit Geschäftsleuten haben auch schon stattgefunden. Und einige, erklärte Michael Klenner, hätten auch schon signalisiert, sich vorstellen zu können, mit ihrem Geschäft in den künftigen Ortskern überzusiedeln.

Willi Schriek, FDP-Fraktionsvorsitzender in der BV Süd-Ost, warnte davor, die allseits für sehr notwendig gehaltenen Bürgerbeteiligungen unter dem verstärkt entstandenen Zeitdruck leiden zu lassen. „Die Verwaltung ist jetzt gefordert“, betonte er. Die Bürgerbeteiligung auf keinen Fall einzuschränken, mahnte auch Reiner Borchert, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der BV-Südost. „Wir sollten besonnen an die Sache herangehen“, betonte er. Die hatte OB Markus Lewe ja bereits im vergangenen Jahr zur „Chefsache“ erklärt. Was aber, so Rolf-Dieter Schönlau, auf keinen Fall dazu führen dürfe, dass die BV als Vertreter der Bevölkerungsmeinung übergangen werde.

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