Polizeiunfallstatistik 2011
Wenige Verkehrsunfälle, aber deutlich mehr Verletzte

Das Entsetzen über die Verkehrsunfallstatistik 2011 stand Polizeipräsident Hubert Wimber ins Gesicht geschrieben, als er gestern die alarmierenden Zahlen vorlegte. Zwar ist die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle in der Stadt Münster um 319 auf 9805 Verkehrsunfälle gesunken. Trotzdem ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden im Vergleich zum Vorjahr um 147 Fälle auf 1310 Unfälle (+ 13 Prozent) gestiegen. Dramatisch war der Anstieg im April und Dezember 2011.

Montag, 27.02.2012, 13:02 Uhr

Polizeiunfallstatistik 2011 : Wenige Verkehrsunfälle, aber deutlich mehr Verletzte
Eine 49-jährige Autofahrerin verunglückte am 13.2.2012 schwer, nachdem sie einem Trecker die Vorfahrt genommen hatte. Foto: Claus Röttig

Die Gesamtzahl der Verletzten und Getöteten kletterte um 14,33 Prozent. Unterm Strich verunglückten 1572 Menschen, drei davon tödlich. Dazu kommen noch zwei weitere Verkehrstote, die bislang nicht in die Statistik eingeflossen sind. Der Anteil der Schwerverletzten stieg um 95 auf 307 Personen, also um satte 45 Prozent. „In Münster ist das Risiko, Opfer eines Verkehrsunfalls mit Personenschaden zu werden, immer noch entschieden zu hoch“, fasste Wimber zusammen.

Nach seinen Worten bleibe der zu geringe Abstand in Verbindung mit der überhöhten Geschwindigkeit  der „Killer Nummer eins“. Wimber: „Wir müssen in die Köpfe der Leute kriegen, dass nach wie vor zu schnell gefahren wird.“ Der Polizeichef räumte offen ein, dass die in der Ordnungspartnerschaft selbstgesteckten Ziele nicht erreicht worden seien.

Im Jahr 2011 ereigneten sich 3555 schwerwiegende Verkehrsunfälle. An 758 dieser Unglücke waren insgesamt 882 Radfahrer beteiligt. „Jeder fünfte Verkehrsunfall fand unter Radfahrerbeteiligung statt“, verdeutlichte der Leiter der Direktion Verkehr, Udo Weiss . Mit 693 verletzten und einem toten Radfahrer wurde im Jahr 2011 der Höchststand der letzten fünf Jahre erreicht – mit fast 100 Verunglückten mehr. Ein große Rolle spielt dabei auch Alkoholeinfluss.

126 Fußgänger sind bei 146 Unfällen verletzt worden. Die Zahl der Unfälle mit Kindern (unter 15 Jahre) ist um sechs zurückgegangen, die Zahl der verunglückten Schüler jedoch um 2 auf 127  gestiegen. 33 von ihnen waren auf dem Schulweg.

597 Unfälle gab es mit jungen Erwachsenen, wovon sich 38 schwer verletzten. „Der zweitbeste Wert in den letzten fünf Jahren“, sagte Weiss. „Sorge“ macht ihm die Unfallbilanz bei den Senioren (ab 65 Jahre). Hier gab es in 2011 eine Steigerung um 13 Prozent und bei der Zahl der Verunglückten gar um 18 Prozent. Drei Senioren kamen ums Leben.

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