Verdi wartet seit Monaten auf Vertragsentwurf
Halle Münsterland: Tarifverhandlungen ziehen sich in die Länge

Münster - Für Bernd Bajohr, Verdi-Verhandlungsführer, war es ein Wunder, als am Mittwochnachmittag ein Tarifvertragsentwurf für die Mitarbeiter der Halle Münsterland eintraf.

Mittwoch, 01.02.2012, 20:02 Uhr

Bernd Bajohr , Verdi-Verhandlungsführer, hat auf die Uhr geguckt. Punkt 15.28 Uhr, sagt er, trudelte bei ihm gestern ein Tarifvertragsentwurf für die Mitarbeiter der Halle Münsterland ein. Ein Wunder.

Monatelang hatte Verdi-Mann Bajohr nämlich auf einen Vertragsentwurf von Hallenchefin Dr. Ursula Paschke gewartet, nachdem Verdi mit ihr und dem Geschäftsführer des kommunalen Arbeitgeber-Verbandes, Dr. Bernhard Langenbrink, verhandelt hatte: Im September war das, ein Folgetermin im November war geplatzt.

Gestern platzte Bajohr der Kragen, und er versandte eine böse Pressemitteilung, in der er den Verhandlungsstillstand beklagte. „Ich weiß nicht mehr“, meinte er gegenüber den WN, „wo es noch Probleme geben sollte.“

Prompte Reaktion von Hallenchefin Paschke: Die Tarifverhandlungen seien auf gutem Wege: „Wir stehen weiter zu unserer Zusage, die Tarifbindung für unsere Mitarbeiter herzustellen, und unterstützen die Verhandlungen.“ Einen Termin werde es in Kürze geben.

Paschke wehrte sich auch gegen den Verdi-Vorwurf, dass die Halle Betriebsteile outsourcen wolle. „Es stehen keine betriebsbedingten Kündigungen an“, erklärte sie. Es habe nur eine betriebsbedingte Kündigung einer leitenden Kraft gegeben – die stehe aber in keinem Zusammenhang zu den Tarifverhandlungen.

Bajohr hatte seinen Outsourcing-Verdacht mit einem internen Schreiben der Hallen-Chefin – „das mir vorliegt“ – begründet.

Die Halle Münsterland ist eine 94-prozentige Tochter der Stadt. Andere Töchter wie die Stadtwerke oder die AWM sind nach Angaben von Verdi tarifgebunden. In der Halle Münsterland dagegen würden Mitarbeiter bei gleichen Tätigkeiten unterschiedlich bezahlt.

Verdi fordert, dass die Hallen-Mitarbeiter nach den Regeln des Tarifvertrags öffentlicher Dienst behandelt werden: „Bei etlichen Tätigkeiten wäre dabei das materielle Niveau niedriger als heute.“ Es sei aber vorgesehen, dass für die Beschäftigten in jedem Fall der „Status quo“ gesichert werde.

In jüngster Zeit war die Halle in mehreren Arbeitsgerichtsprozessen mit Mitarbeitern unterlegen.

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