Explosive Stimmung rund um Preußen
Debatte zur Stadion-Sanierung: Schultheiß muss nachsitzen

Münster -

Sollte die Sanierung des städtischen Preußen-Stadions im Eiltempo durchgepeitscht werden? Ist die Fußball-Arena an der Hammer Straße finanziell ein Fass ohne Boden? Nicht wenige Ratsvertreter gelangten gestern Abend in einer aufgeheizten Sondersitzung des Sport- und Finanzausschusses zu diesem Eindruck – und meldeten in diesen Fragen intensiven Beratungsbedarf an.

Donnerstag, 15.03.2012, 20:03 Uhr

Explosive Stimmung rund um Preußen : Debatte zur Stadion-Sanierung: Schultheiß muss nachsitzen
Sondersitzung zu Preußen Münster im Sportauschuss Foto: Jürgen Peperhowe

Schließlich hat die Stadtverwaltung die Kosten für die Sanierung des Stadions binnen Wochenfrist um eine Million Euro nach oben korrigiert, wie den Ausschuss-Mitgliedern am Abend mitgeteilt wurde. „Da fehlen mir die Worte“, so Grünen-Ratsherr Gerhard Joksch . 2,8 Millionen Euro veranschlagt man an Ausgaben in den nächsten Jahren, um das Stadion auf Vordermann zu bringen.

Mit weiteren Unwägbarkeiten, wie Stadtdirektor Hartwig Schultheiß einräumen musste. Sollten sich nämlich bei einer Erneuerung des Fußballplatzes Altlasten finden, wird es noch einmal teurer.

In der Kritik stand vor allem Stadtdirektor und Planungsdezernent Schultheiß. Der wollte den Rat eigentlich schon am nächsten Mittwoch über das Millionen-Paket, für das es bislang keinen Finanzierungsvorschlag gibt, entscheiden lassen. Jetzt wurde er von einer fraktionsübergreifenden Allianz ausgebremst.

Die Grünen warfen Schultheiß gar Parteilichkeit und fehlende Distanz zum SC Preußen vor. Eine stadt- und finanzpolitisch bedeutsame Frage in so kurzer Zeit abzuhandeln, sei „nicht angemessen“, tadelte ein sichtlich angefressener SPD-Ratsherr Dr. Fritz Baur .

Tischklopfen über alle Parteigrenzen hinweg unterstützte den Finanzausschussvorsitzenden bei seiner Suche nach Worten, um das Verhalten der Stadtverwaltung zu beschreiben. Angesichts der explosiven Stimmung kam Preußen-Präsident, Dr. Marco de Angelis, erst nach mehr als einer Stunde zu Wort.

Eigentlich wollte er erklären, welche Rolle ein neuer beheizbarer Rasen für den Fußball-Drittligisten spiele und gleichzeitig Fragen beantworten. Sein Empfinden des zuvor Erlebten: „Man versucht hier eher Dinge schlecht zu reden, als Probleme zu lösen.“ Ein beheizbarer Rasen jedenfalls scheint vorerst in weite Ferne gerückt zu sein. Das wäre nach den Worten von Michael Jung ( SPD ) eine auch „qualitative Standarderhöhung“.

Der Politik gehe es aber nur um das Notwendige für den Stadion-Erhalt.

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