Fragestellung „suggestiv“?
Hindenburgplatz-Umfrage: Einige Teilnehmer üben Kritik am Fragebogen

Münster -

Die Teilnehmer der Bürgerumfrage zum Thema „Ehrungen von Personen durch Straßenbenennungen“ hatten nicht nur die Möglichkeit, Fragen mit Ja oder Nein zu beantworten: Die Stadt wollte zudem wissen, welche Informationen die Bürger in den vergangenen Wochen vermisst haben.

Freitag, 02.03.2012, 01:03 Uhr

Fragestellung „suggestiv“? : Hindenburgplatz-Umfrage: Einige Teilnehmer üben Kritik am Fragebogen
Am 21. März wird der Rat darüber abstimmen, ob der Hindenburgplatz seinen Namen verliert. Bis 1927 hieß diese größte innerstädtische Freifläche Neuplatz. Foto: Luftbildkontor Fischer

Immerhin 42 der knapp 2000 Umfrageteilnehmer kritisieren die Fragestellung , ob Hindenburg , der inzwischen als „Stütze der NS-Diktatur“ bewertet wird, noch mit einem Platz geehrt werden sollte, als „suggestiv“ – das heißt: Die Fragestellung gab bereits die wünschenswerte Antwort vor. Ein Teil der Umfrageteilnehmer bemängelt zudem, dass mit dem Fragebogen kein Alternativ-Name für den Hindenburgplatz unterbreitet wurde – oder nannte die Begründung für die Umbenennung („Stütze der NS-Diktatur“) „zweifelhaft“.

Unterm Strich fühlen sich die Angeschriebenen jedoch in der Mehrheit von der Stadt gut informiert – nämlich 60,9 Prozent der Männer und 52,9 Prozent der Frauen, wobei die größte Zufriedenheit mit der Informationspolitik der Verwaltung in der Altersgruppe „45 bis 49 Jahre“ zu finden ist. Demgegenüber betonen 18,1 Prozent der 25- bis 29-Jährigen, dass sie die von der Stadt zur Verfügung gestellten Informationen rund um das Thema Straßenbenennungen für „nicht ausreichend“ halten. Knapp 2000 Personen gaben im Rahmen der Bürgerumfrage ihre Meinung ab.

Nach Einschätzung der Verantwortlichen in der Stadtverwaltung wären die Ergebnisse nicht wesentlich anders ausgefallen, wenn man statt 2000 Bürger 20 000 oder womöglich 200 000 Münsteraner befragt hätte. Die Umfrage sei „repräsentativ“ – das heißt, die Zusammensetzung derjenigen, die teilgenommen haben, entspricht annähernd der tatsächlichen Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung. Wie berichtet, sind 48,3 Prozent der Befragten der Ansicht, dass es keinen Anlass mehr gibt, Hindenburg mit einem Platz zu ehren. 35 Prozent sehen das anders. Laut Stadt nahmen an der Umfrage 945 Frauen und 893 Männer teil.

Die größte Altersgruppe der Befragten bilden Personen, die älter als 75 Jahre sind, die zweitgrößte die 45- bis 49-Jährigen. 754 Personen wohnen im Stadtbezirk Mitte, 345 im Bezirk West, 225 in Hiltrup , der Rest verteilt sich auf die übrigen Bezirke.

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