Kommentar
Ungedeckte Schecks: Sanierung am Preußen-Stadion

Mit mehr als zwei Millionen Euro will die Stadtverwaltung das stadteigene Preußen-Stadion in den kommenden Jahren aufmöbeln: Dass dieser Vorschlag in weniger als zwei Wochen eine politische Mehrheit finden soll, scheint zum jetzigen Zeitpunkt doch eher unwahrscheinlich.

Samstag, 10.03.2012, 10:03 Uhr

Kommentar : Ungedeckte Schecks: Sanierung am Preußen-Stadion
Über die Sanierung des Preußen-Stadions soll der Rat am 21. März entscheiden. Foto: Oliver Werner

Denn zu viele entscheidungserhebliche Fragen haben Planungsdezernent Hartwig Schultheiß und seine Mannschaft mit ihrem Papier schlicht offen gelassen. Ein Beispiel: Da gibt es angeblich das Ziel, den städtischen Haushalt zu sanieren.

Aber niemand erklärt, wer den fünfstelligen Betrag jährlich für den Betrieb einer Rasenheizung künftig zahlen soll. Und dass diese nun mal für den Profifußball und nicht für den Schulsport vonnöten ist, steht wohl außer Frage. Natürlich muss ein 60 Jahre alter Rasenplatz in einem Stadion, das im Eigentum der Stadt steht, von der Kommune erneuert werden.

Dafür reicht ein jährlicher Unterhaltungszuschuss an den Verein bekanntermaßen nicht aus. Insofern dürfte das neue Grün im Sommer sprießen. Damit besteht natürlich im gleichen Atemzug die günstige Gelegenheit, die technischen Voraussetzungen für eine Rasenheizung zu schaffen. Das lässt sich mit Blick auf die nicht mehr so ferne zweite Bundesliga diskutieren. Gleichwohl steht an diesem Punkt der SC Preußen in der Pflicht: Denn wer eines Tages in einer höheren Spielklasse zusätzliche TV-Millionen kassiert, darf nicht von der Stadt erwarten, dass sie allein die notwendigen technischen Voraussetzungen dafür schafft.

Auch wenn man nicht vergessen darf, dass der SC Preußen Münster zugleich Aushängeschild und Werbeträger für die Stadt ist. Deren Bauverwaltung plant indes die Sanierung aktuell mit ungedeckten Schecks . Denn bislang sind gerade einmal 900 000 Euro im defizitären Etat eingestellt – deutlich weniger als die Stadt für einen neuen beheizbaren Rasen allein kalkuliert.

Vielleicht findet ja auch der Verein selbst eine günstigere Variante. Wenn dieser in finanzielle Vorleistung für die Stadion-Auffrischung tritt, gilt es im Übrigen, die Verrechnungen mit den städtischen Leistungen im Vorfeld genau abzuklären. Auch hier blieben bislang alle Antworten einzig vage. Momentan wirkt die geplante Stadion-Sanierung eher wie ein missglückter Einwurf. 

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