Kommentar
Wer den Hindenburgplatz zurück will, formuliert ein zweifelhaftes Bekenntnis

Münster - Der Hindenburgplatz in Münster ist Geschichte. Mit 53:23 Stimmen beschloss der Rat der Stadt bei einer geheimer Abstimmung, die zentral gelegene Freifläche in „Schlossplatz“ umzubenennen. Wer sich jetzt für eine Rück-Umbenennung stark macht, formuliert damit ein zweifelhaftes Bekenntnis.

Donnerstag, 22.03.2012, 07:03 Uhr

Kommentar : Wer den Hindenburgplatz zurück will, formuliert ein zweifelhaftes Bekenntnis
Der Hindenburgplatz heißt jetzt Schlossplatz. Foto: Oliver Werner

Weimarer Republik , NS-Diktatur, Besatzungszeit, Bundesrepublik Deutschland – 85 Jahre lang trug Münsters größter Platz den Namen Hindenburgplatz . In diesen Jahren hat sich Münster grundlegend verändert: von der preußischen Provinzialhauptstadt zur weltoffenen Hochschul- und Handelsmetropole. Der Hindenburgplatz, benannt nach dem in der modernen Geschichtsschreibung umstrittenen Generalfeldmarschall und Reichpräsidenten Paul von Hindenburg , war dieser positiven Entwicklung nicht abträglich.

So gesehen bestand keine zwingende Notwendigkeit, den Namen wie eine Altlast zu entsorgen. Gleichwohl hat der Rat der Stadt Münster gestern mit großer Mehrheit die Umbenennung in Schlossplatz beschlossen. Die Politiker sind der Überzeugung, Konsequenzen aus der Nähe Hindenburgs zu Hitler ziehen zu müssen. Die Entscheidung dürfte eine Signalwirkung für ähnlich belastete Straßennamen im Münsterland haben.

All jenen, die sich nur schwer damit abfinden können, sei gesagt, dass sie ab heute für den früheren Namen kein Gewohnheitsrecht mehr in Anspruch nehmen können. Denn der Platz heißt jetzt Schlossplatz. Wer für eine Rück-Umbenennung kämpft, formuliert damit zwangsläufig ein sehr zweifelhaftes Bekenntnis.

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