Kriminalitätsstatistik
Deutlich mehr Hauseinbrüche - Aufklärungsquote sinkt um 3,5 Prozent

Münster -

Gemessen an dem, was Polizeipräsident Hubert Wimber infolge des Polizei-Einsatzes im Rahmen der Neonazi-Demonstration erlebt hat, dürfte die gestrige Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2011 eher zu den angenehmen Terminen gehören. Weder lauter Jubel sei angesagt, „noch müssen wir in Sack und Asche gehen“, fasste Wimber das zurückliegende Jahr zusammen.

Montag, 12.03.2012, 19:03 Uhr

Von den knapp 29 000 Straftaten, die seine Beamten 2011 in Münster registriert haben, wurden 43 Prozent oder 12 462 Fälle aufgeklärt. Damit sank die Aufklärungsquote in der Stadt um etwa 3,5 Prozent. Was Wimber auch den deutlich weniger geklärten Fällen bei Betrug und Sachbeschädigung zuschrieb. Fazit: „Die Quote kann nicht zufriedenstellen.“

Dennoch sahen der Polizeipräsident und der Leitende Polizeidirektor Ernst Träger , der im Juni in den Ruhestand geht, Lichtblicke: Die Gewaltkriminalität (943 Fälle, minus 2,9 Prozent) auf Münsters Straßen sei im zweiten Jahr hintereinander rückläufig. Träger: „Diesen Trend wollen wir fortsetzen.“

Die Polizei hatte in den vergangenen beiden Jahren ihre Präsenz in den „Problem-Nächten“ verstärkt. Das zeige Wirkung, gab man sich überzeugt. Die Zahl der Fahrraddiebstähle (4914) ist erstmals seit zehn Jahren unter die Marke von 5000 Delikten gerutscht: Jede sechste Straftat in Münster ist ein geklautes Fahrrad. Zugleich wollte Wimber mit dem Vorurteil aufräumen, dass Fahrraddiebstahl nur ein „münsterisches Folkloredelikt“ sei: Im August habe die Polizei in Coerde einen Laster mit 40 gestohlenen Fahrrädern im Gesamtwert von 20 000 Euro entdeckt. Deshalb der Appell: „Wir sind auf Zeugenhinweise angewiesen.“

Sorgen bereitet der Polizei indes der 14-prozentige Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen: 483 versuchte und vollendete Fälle wurden gezählt. „Die Investition in mechanische Sicherheit ist von essenzieller Bedeutung“, riet Hubert Wimber angesichts dieser Zahlen zu mehr Prävention für die eigenen vier Wände. Auch im Bereich der Straßenkriminalität sind die Fallzahlen um 4,6 Prozent in die Höhe geschossen: 11 374 Delikte, mehr als zehn Prozent davon machen Taschendiebstähle aus. Verantwortlich für deren Zunahme sind nach Einschätzung der Polizei Gruppen von „einreisen Südosteuropäern“.

Diese kämen nach Deutschland, um gezielt Taschendiebstähle zu begehen, heißt es. Zuletzt sollen diese Tätergruppen auch bei Ladendiebstählen in Erscheinung getreten sein. Der Bereich der Computerkriminalität beschäftigt die Polizei nach wie vor in hohem Maß. „Leider können wir die Fälle wenig beeinflussen“, so Ernst Träger. Angesichts der wachsenden Bedeutung dieses Kriminalitätsfeldes kündigte Träger zusätzliche Schulungsmaßnahmen an, um insbesondere die „technische Beweissicherung“ in den Kommissariaten zu verbessern.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/680114?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F597155%2F696279%2F
Nachrichten-Ticker