Kritiker befürchten Folgen für Studenten
Hochschulrat zwingt Uni zum Sparen

Münster -

Das von oben verordnete Spardiktat aus der Feder des neuen Universitäts-Kanzlers Matthias Schwarte schlägt an der Hochschule mächtig Wellen: 8,4 Millionen Euro sollen im laufenden Jahr eingespart werden – mittels einer globalen Kürzung der Ausgaben für Personal und Sachmittel an allen Bereichen der Universität. Ein entsprechender Brief, der unserer Zeitung vorliegt, wurde am Donnerstag dieser Woche an alle Dekane, Dezernenten und leitenden Mitarbeiter verschickt.

Sonntag, 04.03.2012, 10:03 Uhr

Kritiker befürchten Folgen für Studenten : Hochschulrat zwingt Uni zum Sparen
Es gibt Befürchtungen, dass der Sparzwang sich auch auf die Studenten auswirkt. Foto: Matthias Ahlke

Mit dieser Maßnahme zieht die Universität offenbar die Reißleine. Wohl nicht ganz freiwillig: Denn der Hochschulrat, quasi das Aufsichtsgremium der Uni, hatte den Wirtschaftsplan für das Jahr 2012, der ein Minus von 16,8 Millionen Euro auswies, nicht abgesegnet. Eine klage Absage an das eigentliche Ziel der Uni-Leitung, die Unterdeckung im Haushalt erst bis zum Jahr 2015 zurückzuführen wollen.

Angesichts des „erheblichen Defizits“ wird das Personalbudget nun zunächst um zehn Prozent gekürzt, bei den Sachmitteln werden nur drei Viertel der Vorjahressumme freigegeben. Darüber hinaus bedürfen Einzelentscheidungen, die Ausgaben von mehr als 10.000 Euro bedringen, vorab einer Einzelgenehmigung durch den Kanzler. Der wiederum hofft, dass der jetzt eingeleitete Sparkurs ausreicht, damit der Hochschulrat in seiner Mai-Sitzung den Wirtschaftsplan für das Jahr 2012 absegnet.

Uni-Sprecher Norbert Robers verteidigt die Mittelkürzung per Rasenmäher-Methode: Man sei gezwungen zu sparen und daran müssten sich alle beteiligen. Allerdings gibt es hochschulintern durchaus Befürchtungen, dass die Einsparungen im Personalbereich vor allem wissenschaftliche Mitarbeiter und Assistenten treffen werden. Was am Ende vor allem die von dieser Gruppe betreuten Studenten zu spüren bekämen, wie es heißt.

Zwar unterliegen Mittel des Landes für die Qualitätsverbesserung der Ausbildung nicht dem aktuellen Spardiktat . „Gleichzeitig wird Geld dann an anderer Stelle über eine massive Globalkürzung wieder weggenommen, sodass unter dem Strich für die Studierenden ein Verlust herauskommt“, kritisiert ein betroffener Professor. Dagegen hält Uni-Sprecher Robers: „Ich glaube nicht, dass die Kürzung bis zu den Studenten durchschlagen wird.“

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