Linke Demonstrantin
Sie musste sich komplett ausziehen

Münster -

Der Streit über den Polizeieinsatz bei der Nazi-Demo geht weiter. Ingrid Remmers, Bundestagsabgeordnete der Linken, die am Rande der Demonstration festgenommen und über zwei Stunden lang festgehalten wurde, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Sonntag, 11.03.2012, 00:03 Uhr

Linke Demonstrantin : Sie musste sich komplett ausziehen
Ingrid Remmers, Bundestagsabgeordnete der Linken. Foto: -kb-

Der Streit über den Polizeieinsatz bei der Nazi-Demo am vergangenen Samstag geht weiter. Ingrid Remmers , Bundestagsabgeordnete der Linken, die am Rande der Demonstration festgenommen und über zwei Stunden lang festgehalten wurde, erhob gestern bei einem Pressegespräch in Münster schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Sie kündigte eine Dienstaufsichtsbeschwerde und eine Klage an.

Hartmut Rulle, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, warnte im Gegenzug speziell die Politik davor, „ein falsches Bild vom Polizeieinsatz“ zu vermitteln. Die Kritik „hilft nur den Anhängern der gewaltbereiten Szene, die sich in der öffentlichen Wahrnehmung geradezu bestätigt fühlen.“

Remmers wurde, wie sie gestern berichte, von der Polizei in Gewahrsam genommen, als sie eine Polizistin zur Rede stellen wollte, die zuvor einen Gegendemonstranten überwältigt hatte – „eine völlig unverhältnismäßige Aktion“, wie Remmers befand. Bei der Personenkontrolle im Polizeipräsidium habe sich die Abgeordnete komplett ausziehen müssen – bis auf ihre Unterhose und die Socken.

Remmers räumte ein, dass sie ihren Abgeordneten-Ausweis nicht bei sich geführt habe. Aber auch anhand des Personalausweises hätten die Polizisten ihre Identität als Bundestagsabgeordnete, die Immunität genießt, feststellen können. Erst nach einer persönlichen Intervention des Polizeipräsidenten Hubert Wimber, der sich bei Remmers inzwischen entschuldigt hat, wurde sie aus dem Gewahrsam entlassen.

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