Neues Aaseeschiff
Surfer auf der "Solaaris" - Schülerinvasion auf der Solaaris

Münster -

Eine 60-köpfige Schülergruppe testete am Mittwoch das neue Aasee-Schiff Solaaris im Volllastbetrieb.

Donnerstag, 29.03.2012, 11:03 Uhr

Nostalgiker werden ihn vermissen. Diesen leichten Dieselgeruch, der einem immer um die Nase wehte, wenn die ehrwürdige „Prof. Landois“ von der Goldenen Brücke aus in Richtung Zoo aufbrach. Damit kann die „ Solaaris “ dank seiner umweltfreundlichen Antriebstechnik nicht dienen. Keine Abgase verpesten die Luft, kein Tuckern der Dieselmotoren stört die Unterhaltung an Bord.

Simon Jung weiß das zu schätzen. Der angehende Abiturient, der schon als kleiner Junge mit der „Prof. Landois“ gefahren ist, gehörte gestern zu einer 60-köpfigen Schülergruppe des Gymnasiums Paulinum, die Schiffseigner Peter Overschmidt zu einer ersten Probefahrt eingeladen hatte. Das Urteil des 19-Jährigen nach der 20-minütigen Tour über den neuen Aasee-Wasserbus fiel eindeutig aus: „Man hat eine echt coole Aussicht auf den Aasee . Und den Motor hört man kaum.“

Modernes Solarschiff

Die „Solaaris“ ist in Deutschland das erste Fahrgastschiff, das ausschließlich mit Solarenergie angetrieben wird.

► Das Schiff ist komplett aus Aluminium gefertigt und wiegt knapp 14 Tonnen.

► Der Katamaran hat eine Länge von 15,64 und eine Breite von 4,66 Metern.

► 36 Quadratmeter Solarfläche erzeugen bei guten Wetterbedingungen knapp fünf Kilowatt Strom für die Lithium-Ionen-Batterien.

► Das Schiff kann bis zu 68 Passagiere aufnehmen.

► Die Anlegestellen wurden barrierefrei ausgebaut.

...

Dr. Thomas Kühmstedt, Geschäftsführer der Ostsee­staal-Werft in Stralsund, wo die „Solaaris“ gebaut wurde, hat die passenden Zahlen: „55 Dezibel bei Volllast. Das ist wie im heimischen Wohnzimmer.“ Bis Morgens um vier haben seine Mitarbeiter an dem Schiff gewerkelt, damit gestern die erste Probefahrt stattfinden konnte. „Unter Volllast-Bedingungen“, wie Schiffseigner Peter Overschmidt betonte. Weshalb er auch die angehenden Abiturienten, die wegen ihrer letzten Schulwoche verkleidet erschienen waren, eingeladen hatte. Motto an diesem Tag: Unterwasserwelten. Das passte.

Lampenfieber hatte an diesem Morgen Pascal Posorski. Zusammen mit Sebastian Krimphove gehört er zu den beiden festen Skippern der „Solaaris“. Der 37-Jährige stand schon auf der „Prof. Landois“ am Steuerrad. Auch jetzt trägt er die Verantwortung für die Passagiere. Gestern stand er auf der „Solaaris“ zum ersten Mal am Führerstand. Drehkreis, Tempofahrt (9,8 Stundenkilometer!), Anlegemanöver – die Männer von der Werft gaben dem Skipper die Gelegenheit, „ein Gefühl für das Schiff zu entwickeln“. Pascal Posorski gelang dies offenbar schnell, wie das mit norddeutscher Überschwänglichkeit vorgetragene Lob eines Werft-Mitarbeiters nahelegt: „Das sah sehr gut aus. Kompliment.“

Pascal Posorski bleibt auch nicht mehr viel Zeit, das Schiff in den Griff zu bekommen. Am nächsten Montag wird der Aasee-Wasserbus getauft. Und Karfreitag, wenn der normale Liniendienst beginnt, heißt es auf der „Solaaris“ endgültig „Leinen los“.

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