Opposition gegen Protest
Nachbarn geht Occupy-Lager auf die Nerven

Münster -

Seit vergangenem November campieren Anhänger der Occupy-Bewegung vor dem Iduna-Hochhaus. Ein Ende ist nicht absehbar. Den Nachbarn reicht es langsam. Die Opposition gegen Occupy nimmt zu.

Dienstag, 27.03.2012, 08:03 Uhr

Opposition gegen Protest  : Nachbarn geht Occupy-Lager auf die Nerven
Seit vergangenem November campieren Anhänger der Occupy-Bewegung vor dem Iduna-Hochhaus. Unter den Nachbarn regt sich allerdings zunehmend Widerstand. Foto: kal

In New York, London und anderen Städten sind die Zeltlager der Occupy-Bewegung längst Geschichte. Anders in Münster: Seit November campieren die Banken-Kritiker vor dem Iduna-Hochhaus, „und ein Ende ist nicht absehbar“, stellt Aktivistin Susanne Böcker klar. Für Raimund Gerwing , Inhaber des Fahrradgeschäftes „Drahtesel“, klingt diese Ankündigung wie eine Drohung: „Bei aller Sympathie – wir sollten am Servatiiplatz endlich zur Normalität zurückkehren.“ Mit Beginn der Radsaison benötige sein Geschäft nicht nur den Platz, sondern auch freien Blick auf die Promenade, um Laufkundschaft anzulocken. „Doch genau dort stehen die Zelte.“

Wie Gerwing hat sich auch Peter Wolter inzwischen an Stadt und Polizei gewandt. „Der Platz wird zunehmend unansehnlicher, außerdem treiben sich hier Gestalten herum, die gar nicht zur Occupy-Bewegung gehören.“ Der Vorsitzende des Fahrradclubs ADFC fordert: „Mit dem Zeltlager muss endlich Schluss sein!“

„Mit dem Zeltlager muss endlich Schluss sein!“

Peter Wolter, ADFC

Spätestens bis zum 21. April, denn dann soll dort, wo derzeit noch die Occupy-Zelte stehen, der vom ADFC alljährlich veranstaltete Fahrradgebrauchtmarkt stattfinden. „Die Stadt hat uns vorgeschlagen, auf den Hafenplatz umzuziehen, doch das ist keine gute Alternative – zu wenig Laufkundschaft“, wiegelt Wolter ab.

Auch Werner Kampmann, Anwalt in der im Iduna-Hochhaus untergebrachten Kanzlei Putzo/Kampmann/ Früh, hat sich mittlerweile an Stadt und Polizei gewandt. „Wenn im Camp Holz verbrannt wird, stinkt es in unseren Büros.“ Und Klienten hätten sich schon mehrfach über das „unansehnliche Lager“ beschwert.

Laut Polizei ist das Camp nach wie vor eine Versammlung – „wenn die Aktivisten niemanden stören, können sie bleiben, so lange sie wollen“, sagt Sprecherin Evelin Kösters. Vertreter der Stadt planen gleichwohl in der nächsten Woche ein Treffen mit den Aktivisten, um ihnen einen Umzug schmackhaft zu machen. „Es kann auf Dauer nicht so weitergehen“, stellt Dr. Caroline Schwintek, Referentin des Oberbürgermeisters, klar. Eine „Räumung mit der Brechstange“ solle es aber nicht geben.

Occupy-Anhängerin Böcker stellt derweil klar: „Wir wollen am Servatiiplatz bleiben. Er ist ungeheuer wertvoll für uns“ – „permanent“ gebe es Gespräche mit Passanten. Für sie ist nur ein Alternativ-Standort vorstellbar: der Rathausinnenhof.

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