Stadt Münster untersagt Fahrradfahren
Alkoholsünder müssen zu Fuß gehen

Münster -

Wer in der Stadt Münster betrunken mit dem Fahrrad unterwegs ist und sich dabei erwischen lässt, der muss künftig zu Fuß gehen – selbst wenn er wieder nüchtern ist. „Wir ändern die Verwaltungspraxis, indem wir Personen das Fahren eines Fahrrades untersagen, wenn sie darauf mehrfach mit Alkohol oder Drogen im Blut erwischt worden sind“, sagt Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner.

Mittwoch, 07.03.2012, 14:03 Uhr

Die neue Ordnungsverfügung greift zum ersten Mal bei einem Münsteraner, der seinen Führerschein nach einer Alkoholfahrt mit dem Auto längst los ist. Der Mann stieg auf das Fahrrad um. Und trank weiter. Die Beamten erwischten ihn erneut – mit 2,12 Promille und Drogen im Blut. Ihm ist ein Anhörungsbogen zugeschickt worden.

Mitte des Monats wird er die Ordnungsverfügung samt Zwangsgeldandrohung bekommen – mit der Folge, dass der Münsteraner künftig zu Fuß läuft. Wird er dann mit dem Fahrrad erwischt, droht ihm eine Strafe von 500 Euro. „Und zwar solange, bis es ihm gelingt, nachzuweisen, dass er nicht mehr alkoholisiert mit dem Rad unterwegs ist“, sagt Schulze-Werner .

Umfrage: Sollen Alkoholsünder zu Fuß gehen?

Fahrräder gelten ähnlich wie Autos als Fahrzeuge und unterliegen damit der Alkoholrestriktion. Doch das scheinen längst nicht alle Münsteraner zu beherzigen. „Viele nutzen das Fahrrad als Verkehrsmittel, wenn sie Alkohol trinken wollen“, kritisiert Schulze-Werner. Fünf von acht Radfahrern, die in den vergangenen Jahren auf Münsters Straßen ums Leben gekommen sind, waren alkoholisiert.

„Die Hälfte aller Blutproben werden bei Radfahrern genommen, die Promillewerte liegen zwischen 1,6 und 3,3“, sagt Udo Weiss, Leiter der Verkehrsdirektion im Polizeipräsidium Münster. Insgesamt verzeichnet Münster über 500 000 Radfahr-Bewegungen am Tag. 758 Radfahrunfälle wurden im Jahr 2011 polizeilich registriert. Die Dunkelziffer liegt bei über 2000. „Und dabei bleibt der Alkohol ein Massenproblem“, so Weiss.

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