Stadtverwaltung will Arena stufenweise sanieren
Finanzpoker ums Preußen-Stadion

Münster -

In den nächsten Jahren soll die Stadt ihr Stadion an der Hammer Straße für mehr als zwei Millionen Euro aufmöbeln. Das schlägt Planungsdezernent Schultheiß dem Rat zur Abstimmung vor. Allerdings stehen für die Sanierung vorerst nur 900.000 Euro im Haushalt. Die reichen nicht einmal für den neuen Rasen samt Heizung. 

Donnerstag, 08.03.2012, 20:03 Uhr

Stadtverwaltung will Arena stufenweise sanieren : Finanzpoker ums Preußen-Stadion
In den 50er Jahren ist der Rasen im Preußen-Stadion an der Hammer Straße letztmals erneuert worden. Die Stadtverwaltung schlägt deshalb vor, in der Sommerpause 2012 einen neuen Rasen zu legen und zuvor eine Rasenheizung einzubauen. Foto: Oliver Werner

Mission Preußen-Stadion : Um die geplante Sanierung der in die Jahre gekommenen Fußball-Arena vorzustellen, tritt die Stadtverwaltung am Donnerstag in halber Mannschaftsstärke an. In einer Sechser-Kette aufgereiht, werben die Spitzenkräfte für die insgesamt mehr als zwei Millionen teure Auffrischung der städtischen Anlage an der Hammer Straße . Dafür sind bis 2014 allerdings erst 900.000 Euro im Haushalt veranschlagt. Die reichen nach Berechnungen der Stadt jedoch nicht einmal für den vom Fußball-Drittligisten Preußen Münster gewünschten neuen Rasen samt Heizung unter dem Grün (WN, 8.3.).

Planungsdezernent Hartwig Schultheiß schwört quasi als Sturmführer die Politik ein: „Der Rat steht vor einer bedeutenden und weitreichenden Entscheidung.“ Ziel sei es, das städtische Stadion in einen „mittelmäßig akzeptablen Zustand“ zu versetzen. Kämmerer Alfons Reinkemeier versichert, der SC Preußen sei bereit, dafür in eine Vorfinanzierung einzutreten.

Umfangreiche Sanierungsliste

Das stadteigene Stadion an der Hammer Straße will Planungsdezernent Hartwig Schultheiß in den nächsten Jahren aufmöbeln. In diesem Sommer soll bereits der Rasen, der seit rund 60 Jahren nicht mehr erneuert wurde, ausgewechselt werden. Zugleich soll eine Rasenheizung installiert werden. 2013 ist der Neubau von Toiletten im Stehplatzbereich samt Funktionsräumen für 204.000 Euro geplant. Außerdem stehen künftig unter anderem neue Fluchttore (84.000 Euro), die Sanierung des Marathontors (58.843 Euro), die Erneuerung der Treppenanlage der Haupttribüne  (170.000 Euro) sowie ein neuer Fernsehturm (44.000) an. Für neues Flutlicht und eine Sanierung der Umkleiden hat die Stadt bereits eine Million Euro investiert.

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Schon in der nächsten Ratssitzung am 21. März soll die Politik über das Paket, das stufenweise abgearbeitet werde, entscheiden. Mit diesem Zeitplan wolle man den Rat aber nicht unter Druck setzen, versichert Schultheiß auf Nachfrage. Allerdings hält die Stadtverwaltung die Erneuerung des Rasens und den Einbau einer Rasenheizung in diesem Jahr für besonders günstig, weil die Sommerpause wegen der Europameisterschaft länger sei als üblich.

Um das Gesamtpaket zu realisieren, muss nach den Worten von Kämmerer Alfons Reinkemeier bis Ende des Jahrzehnts fortlaufend zusätzliches Geld in den städtischen Etat eingestellt werden. „Das ist nicht mal eben zufinanzieren.“ Was nach den Worten von Planungsdezernent Schultheiß darin begründet liegt, dass in der Vergangenheit „viel zu wenig in die Unterhaltung des Stadions gesteckt wurde“. Mit dem jährlichen Zuschuss von 167.000 Euro für die Bauunterhaltung, der an den SC Preußen gezahlt werde, sei der „Sanierungsstau“ nicht aufzulösen.

Gleichwohl offenbaren sich offene Flanken: So ist nach Darstellung der Stadtverwaltung nicht geklärt, wer eines Tages für den kostenintensiven Betrieb der Rasenheizung gerade steht. Dieser schlägt pro Spiel angeblich mit bis zu 10 000 Euro zu Buche. Auch darüber, inwieweit stätische Gelder mit den Vorleistungen des SC Preußen verrechnet werden, hält man sich vage. Und die Bezirksregierung ist zwischenzeitlich hellhörig geworden und hat nachgefragt, ob die Stadt womöglich mit öffentlichen Geldern den Profisport unterstütze.

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