Urteil mit abschreckender Wirkung für Fanszene
Prozess um Sprengstoffanschlag: Fünf Jahre Freiheitsstrafe für Juri C.

Osnabrück - Im Prozess um den Sprengstoffanschlag bei einem Fußballspiel in Osnabrück wurde am Freitag der aus Italien stammende 24 Jahre alte Juri C., ein Fan von Preußen Münster, zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Freitag, 23.03.2012, 10:21 Uhr aktualisiert: 23.03.2012, 13:32 Uhr
Urteil mit abschreckender Wirkung für Fanszene : Prozess um Sprengstoffanschlag: Fünf Jahre Freiheitsstrafe für Juri C.
Mehrere Personen wurden bei dem Sprengstoffanschlag, der Juri C. (r.) verübte, verletzt. Foto: Jürgen Peperhowe

Er hatte beim Drittligaspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster am 10. September 2011 einen Knallkörper gezündet. Bei dem Anschlag wurden 33 Menschen teils schwer verletzt. Zu den Opfern gehörten auch Kinder. Der Angeklagte hatte im Prozess die Tat gestanden und bei den Opfern um Entschuldigung gebeten.
Das Urteil geht sogar über das vom Staatsanwalt geforderte Strafmaß hinaus. Laut der Kammer soll das Urteil abschreckende Wirkung auf die bundesweite Fußball-Fanszene haben.
Der Sprengstoffanschlag sei keine spontane Handlung gewesen, sondern eine von langer Hand geplante Tat der münsterischen Ultra-Szene gewesen, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.
Der Verteidiger von Juri C. kündigte bereits an, in Revision gehen zu wollen, da das Gericht alle Umstände, die zu einem milderen Urteil hätten führen können, zu Ungunsten seines Mandanten verworfen wurden. Der Verteidiger hatte auf eine dreijährige Freiheitsstrafe plädiert und die Aufhebung des Haftbefehls beantragt, damit Juri C. nach der Verurteilung in einen offenen Vollzug nach Lingen oder Brackwede kommt.
Der Haftbefehl wurde jedoch nicht außer Kraft gesetzt. Voraussichtlich wird Juri C. nach zwei Jahren aus dem Gefängnis entlassen und anschließend nach Italien ausgewiesen. 
Dann wäre sein Mandant in der Lage, arbeiten zu gehen, um die durch den Vorfall entstehenden Kosten schneller begleichen zu können, argumentiert der Anwalt. Im Raum stehen Schmerzensgelder für zehn Nebenkläger in Höhe von 40.500 Euro.

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