Volle Tonnen / Ruhe auf der Straße
Langsam stinkt‘s dem Bürger

Münster -

Aus den Mülltonnen quillt‘s. Der Abfall von vier Wochen wartet auf Abholer. Gestern in St. Mauritz und anderswo war mancher Bürger nicht amüsiert über den zweiten Verdi-Warnstreik, ausgerechnet am gleichen Abfalltag. „Jetzt fällt es auf, wenn die Leute nicht richtig trennen“, rümpft Anliegerin Anna Gärtner die Nase.

Donnerstag, 22.03.2012, 10:03 Uhr

Volle Tonnen / Ruhe auf der Straße : Langsam stinkt‘s dem Bürger
Ein Bild aus St. Mauritz: Bürger haben ihren Müll von mehreren Wochen teilweise in Tüten verpackt. Auch das machte es für die Notfallbesatzung der AWM gestern schwierig, die Tonnen zu leeren. Foto: Matthias Ahlke

Verdi ließ am Mittwoch doppelt so viele Angestellte streiken wie vor zwei Wochen. Gewerkschaftssekretär Bernd Bajohr : „Wir sind außerordentlich zufrieden – wir haben den Eindruck, die Maßnahmen haben Wirkung.“

Die Wirkung in Zahlen: ► Für rund 100.000 Fahrgäste fuhr kein Bus. Einige von Privaten befahrene Strecken funktionierten. Stadtwerke-Sprecherin Petra Willing: „Wir hatten wenig Beschwerden, aber sehr viele Nachfragen im Service-Center, welche Busse denn nun fahren.“ Das gute Wetter sorgte dafür, dass viele Betroffene aufs Fahrrad statt in den Bus stiegen.

► 18. 000 Sendungen blieben in der Poststelle der Stadt liegen. Sie werden erst heute verteilt.

► 13 städtische Kitas schickten die Eltern nach Hause. In fünf Kitas wurden Notgruppen eingerichtet. „55 Kinder wurde extra betreut“, sagt Jugendamtsleiterin Anna Pohl, „die Mitarbeiterinnen hatten das supergut organisiert“. Klagen gab es nicht.

Wenig Auswirkungen hatte der Streik in der Kfz-Zulassungsstelle. Die Mitarbeiter dort sind meist Beamte. Pressesprecher Joachim Schiek : „Die Kundschaft ist ausgeblieben – nie konnte man sein Auto so schnell anmelden wie gestern.“

Da auch die Knöllchenverteiler des Ordnungsamtes weitgehend im Ausstand war, dürfte mancher Falschparker am Mittwoch ungeschoren davongekommen sein. Schiek: „Eine Garantie gab es natürlich nicht.“

Die Bürger sahen den Streik mit einer Mischung aus Frust und Verständnis. Nicole Coudray: „Generell finde ich es okay, dass die Menschen sich wehren. Vielleicht auch mal so, dass es weh tut.“  Damit es nicht zu weh tat, organisierten gestern die AWM einen Sonderabfallplan. Stellvertretender Werksleiter Christian Wedding: „Den überwiegenden Teil haben wir fahren können, den Rest holen wir heute. Das hat sich schon gestapelt.“

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