Wenn die Augen größer sind...
Studie der FH Münster untersucht, weshalb Lebensmittel weggeworfen werden

Düsseldorf/Münster -

Jedes Jahr landen in NRW rund 2,5 Millionen Tonen Lebensmittel auf dem Müll. Doch nur die Hälfte davon werfen die Verbraucher selbst weg. Im Zuge der Produktions- und Handelsketten werden ebenfalls etwa 1,2 Millionen Tonnen vernichtet. „Wir müssen das massenhafte Wegwerfen von Lebensmitteln beenden“, kommentierte gestern Verbraucherschutzminister Johannes Remmel die Zahlen, die eine Untersuchung der Fachhochschule Münster für die Verbraucherzentrale ergeben hat.

Donnerstag, 22.03.2012, 13:00 Uhr
Wenn die Augen größer sind... : Studie der FH Münster untersucht, weshalb Lebensmittel weggeworfen werden
Allein in Nordrhein-Westfalen landen jedes Jahr 2,5 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Foto: dpa

Die Studie räumt zugleich mit der Annahme auf, die Verbraucher wüssten nicht genug über das Mindesthaltbarkeitsdatum: Drei von vier Verbrauchern ordnen dieses Datum demnach sehr wohl nur als Richtwert ein. Die Ursachen für die Verschwendung sind vielfältiger. Petra Teitscheid , die die Untersuchung am Institut für Nachhaltige Ernährung und Ernährungswirtschaft in Münster leitete, nannte als einen Grund zu üppige Wochenendeinkäufe, die die Befragten in der Woche nicht mehr verarbeiten – und wegwerfen.

Besonders häufig enden Fertiggerichte in Singlehaushalten und bei jüngeren Verbrauchern im Müll . Die FH Münster hat für die Studie auch die Produktionsketten unter die Lupe genommen. Danach wird häufig Gemüse vernichtet, weil es nicht in Normen oder Verpackungen passt. Backwaren hingegen verderben oft, weil der Handel die permanente Verfügbarkeit hoher Mengen verlangt. Ein zu kurzer Haltbarkeitszeitraum führe dazu, dass Milchprodukte früh aussortiert werden.

An einem von Remmel initiierten Runden Tisch einigten sich am Mittwoch Vertreter der Lebensmittelwirtschaft, des Handels, der Politik und der Verbraucherverbände auf ein Maßnahmenbündel gegen die Lebensmittelverschwendung. Dazu gehört ein Bildungsprogramm für Schulen, um Kindern eine höhere Wertschätzung für Nahrung zu vermitteln.

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