Abrissarbeiten am Otto-Bunker verursachen erneute Schäden
Plötzlich krachte die Decke im Badezimmer herunter

Münster -

Dr. Sven Pastoors war nicht zu Hause. Seine Vermieterin empfing ihn später mit der Hiobsbotschaft. Die Decke im Badezimmer seiner Wohnung ist heruntergekracht – samt Putz und Verkleidung. Dazu gibt es Risse im Wohnzimmer und in der Küche, Türen und Fenster sind verzogen.

Mittwoch, 04.04.2012, 12:04 Uhr

Abrissarbeiten am Otto-Bunker verursachen erneute Schäden  : Plötzlich krachte die Decke im Badezimmer herunter
Bei Herrn Pastoors kam die Badezimmerdecke herunter Foto: Oliver Werner

Erneut haben die Abrissarbeiten des Otto-Bunkers zu Sachschäden in Wohnungen von direkten Anliegern geführt. Nachdem die Sprengungen im Januar an gleich mehreren Häusern für zerborstene Fensterscheiben und dicke Risse in den Wänden gesorgt hatten, haben gestern die Erschütterungen durch die Abrissarbeiten mit dem aufgesetzten Felsmeißel am Bagger das angrenzende Mehrfamilienhaus an der Ottostraße 19 in Mitleidenschaft gezogen.

Neben der Wohnung von Pastoors sei die Wohnung seiner Vermieterin betroffen. „Es rieselt an allen Ecken und Enden. Ich kann meine Wohnung nicht mehr nutzen“, sagt der Innovationsberater, der seit 2007 am Otto-Bunker wohnt. Bauleiter Björn Heßling von der Roxeler Schlattmann Wohnbau GmbH, die dort drei Stadthäuser mit mehreren Wohnungen errichten möchte, sind die neuerlichen Schäden schon zu Ohren gekommen.

„Der öffentliche Sachverständige wird die Beweissicherung übernehmen. Wenn Schäden aufgrund des Abbruchs auftreten, werden wir sie regulieren“, beruhigt er. Vom Bunker selbst stehen nur noch Reste. Die Abrissarbeiten sollen kommende Woche abgeschlossen werden. Was die Anwohner aufschrecken lässt, sind die nach Ostern erneut notwendigen Sprengungen – diesmal wegen der Bodenplatte. Der Leiter des städtischen Bauordnungsamtes, Dirk Lohaus, zeigt Verständnis für die Wut der Anlieger, unterstreicht aber, dass der aktuelle Fall keine bauaufsichtliche Angelegenheit sei.

„Es handelt sich um eine privatrechtliche Geschichte, die im Rahmen eines Beweissicherungsverfahren zu klären ist.“ Ein Sachverständiger habe den Zustand der Nachbarhäuser vor den Abbrucharbeiten festgehalten, um später vergleichen zu können. „Dann müssen die Parteien sich einigen“, sagt er. Sven Pastoors jedenfalls hat die Nase gestrichen voll von den Abrissarbeiten. „Ich versuche, möglichst nicht daheim zu sein“, sagt er.

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