„Alltäglicher Rassismus“
Guntram Schneider fordert mehr Integration

Münster -

Neulich traf Guntram Schneider eine Gruppe von Akademikerinnen im Ruhrpott: „Mathematikerinnen, Physikerinnen, Betriebswirtschaftlerinnen.“ Alle waren arbeitslos. Warum? „Sie trugen keine Burka, keinen Schleier, sondern ein Kopftuch wie meine Oma aus Schlesien es auch getragen hat“, sagt der NRW-Arbeitsminister bei einer SPD-Veranstaltung im Uferlos. Dass sie keinen Job fanden, das sei „unser alltäglicher Rassismus“.

Mittwoch, 18.04.2012, 14:04 Uhr

Guntram Schneider (v.l.) mit Dr. Michael Jung, Robert von Olberg, Richard Nawezi und Petra Seyfferth.
Guntram Schneider (v.l.) mit Dr. Michael Jung, Robert von Olberg, Richard Nawezi und Petra Seyfferth. Foto: Günter Benning

Schneider sprach über da neue Integrationsgesetz in NRW , oder lang: „Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration“. Den Geist dieses Gesetzes, meinte er, müsse er eigentlich nicht nach Münster tragen: „Hier ist man in vielem vorbildlich.“

Trotzdem ist man auch in Münster weit entfernt von hehren Zielen wie dem, die Verwaltung zum Spiegel der tatsächlichen Bevölkerungsstruktur zu machen. Das muss nämlich früher anfangen, sagt Schneider, in der Kita und der Schule.

Friedensschülerin Haza Dergo Bazoo brachte das in ihren Fragen an den Minister zum Ausdruck: „Ich kam von der Hauptschule und mache jetzt Abitur. Wieso sind so viele Migranten in der Hauptschule – und so wenige auf dem Gymnasium?“ Und Burat Cetinkaya, halb Schotte, halb Türke, ein ganzer Deutscher und Student bringt sein Gefühl auf den Punkt: „Man hat das Gefühl, man wäre Ballast für die Gesellschaft.“

Ein Gefühl, so Wissenschaftsministerin Svenja Schulze , das gefährlich sei. Weil es Deutschlands Negativ-Image ausdrückt: „Wir brauchen Nachwuchs. Gerade in der Wissenschaft. Aber wir sind nicht attraktiv.“

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